Stolpersteine bei der Gründung – Von Businessplänen, Investorengesprächen und der richtigen Work-Life-Balance

Eine rasante Berg- und Talfahrt liegt hinter Martin Deutsch. Er hat 2011 mit der Tut-All Software GmbH sein erstes Unternehmen gegründet: Ein kleines IT-Start-up, in dem er eine Tutorial- und Automatisierungssoftware auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelte. Da kein Investor bereit war, den Gründer Deutsch mit ausreichend finanziellen Mitteln zu unterstützen, entschied er sich nach fünf Jahren, die Software als Open-Source-Lösung zu vertreiben. Beim Kaminabend am Center for Interdisciplinary Entrepreneurship (CIE) berichtete er von seinen Schwierigkeiten und teilte seine Erfahrungen mit den Teilnehmern. Wir haben für dich die sieben wichtigsten Tipps von Martin Deutsch zusammengefasst.

Martin Deutsch beim Kaminabend am CIE

Martin Deutsch beim Kaminabend am CIE

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Momente 2015 – Highlights der KIT-Gründerschmiede

Die Adventszeit läutet den Ausklang des Jahres ein – eine gute Zeit, um den Alltag etwas zu „entschleunigen“ und sich einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu gönnen. Wir lassen die schönen, gemeinschaftlichen und lehrreichen Ereignisse aus 2015 noch einmal Revue passieren.

KITcrowd – Crowdfunding für Gründungen

KITcrowdStudierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern bietet das KIT im Rahmen der Gründerschmiede bereits unterschiedlichste Angebote zur Gründungsförderung, beispielsweise Beratung, Coaching und Seminare. Im März wurde die KIT-eigene Crowdfundingplattform KITcrowd gelauncht, um KIT-Gründern eine zusätzliche Finanzierungschance zu bieten. Seit dem Start der Plattform haben sich sechs Gründungsprojekte und Start-ups präsentiert. Drei von ihnen waren erfolgreich und konnten ihre Ideen weiter vorantreiben. Mehr zu KITcrowd

Anschub für KIT-Gründerteams beim upCAT

8 upCAT #3bZweimal im Jahr haben angehende Gründer die Chance, im KIT-eigenen Accelerator upCAT intensiv an ihrer Gründung zu arbeiten. Aus einer ersten Idee werden innerhalb von drei Monaten konkrete Geschäftsmodelle – unterstützt durch unternehmerisches Know-how, Coaches und Mentoren. Der Demo Day im März war ein voller Erfolg. Alle Teams konnten das Publikum aus Investorenkreisen und Newswerkpartnern begeistern und erhielten wertvolles Feedback zu ihren Businesscases. Am 07.12.2014 startet die nächste Runde von upCAT! Mehr zum Programm

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Industrie 4.0 konkret umsetzen – darum geht es!

Eine Veranstaltung des venture forum neckar e.V. in Kooperation mit der Sparkasse Heilbronn am 30.09.2015 in Heilbronn sollte Antworten darauf geben, vor welche Herausforderungen Unternehmen in Zukunft gestellt werden und wie man ihnen begegnen kann. Die immer weiter fortschreitende Digitalisierung der Produktionsprozesse und die zunehmende Vernetzung verschiedener Produktionsstandorte über das Internet – zwei große Themen unter dem Überbegriff Industrie 4.0 – erfordern insbesondere bei mittelständischen Unternehmen oftmals noch ein Umdenken.

Auch für Start-ups ist es von Beginn an wichtig, sich mit dem Thema Industrie 4.0 auseinanderzusetzen. Viele Prozesse müssen in der Zusammenarbeit mit Kunden oder Kooperationspartnern von Anfang an aufeinander abgestimmt werden. Die Veranstaltung bot eine Plattform, um die Bedürfnisse von Start-ups, Kooperationspartnern aus der Industrie und Investoren/Kapitalgebern schon frühzeitig zu erkennen, um darauf eingehen zu können.

Aus dem KIT waren insgesamt vier Gründungsteams/Start-ups als Aussteller bei der Veranstaltung mit dabei. Drei von ihnen haben sich mit einem Pitch (insgesamt 12) vor den Investoren/Kapitalgebern und potenziellen Kooperationspartnern mit großem Erfolg präsentiert. Insgesamt war die Veranstaltung mit ca. 200 Teilnehmern und ca. 20 Gründungsteams sehr gut besucht.

Andreas Rüdenauer (Rüdenauer 3D Technology GmbH) und Dr. Rolf Blattner (KIT-Innovationsmanagement) am Stand der Rüdenauer 3D Technology GmbH

Andreas Rüdenauer (Rüdenauer 3D Technology GmbH) und Dr. Rolf Blattner (KIT-Innovationsmanagement) am Stand der Rüdenauer 3D Technology GmbH

Dr. Rolf Blattner (KIT-Innovationsmanagement) und Frederick Lessmann (otego) am Stand von otego

Dr. Rolf Blattner (KIT-Innovationsmanagement) und Frederick Lessmann (otego) am Stand von otego

Marcus Georgi und Tomt Lenz (GIN/Kinemic) im Gespräch mit Interessenten am Stand von GIN/Kinemic

Marcus Georgi und Tomt Lenz (GIN/Kinemic) im Gespräch mit Interessenten am Stand von GIN/Kinemic

„Walk of Flame“ – Architekturstudierende entwickeln Umsetzungsideen

Das KIT blickt inzwischen auf eine beachtliche Zahl an engagierten und kreativen Gründer/innen zurück. Studierende, KIT-Beschäftigte und Absolventen fassen immer öfter den Entschluss, einen unternehmerischen Weg in die Selbstständigkeit anzutreten. Mit der 2013 gestarteten Förderung durch das Programm „EXIST-Gründungskultur“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stieg die Anzahl der Gründungsprojekte noch einmal deutlich – so gingen 2014 beispielsweise 33 Gründungen aus dem KIT hervor.

WalkOfFlame_176x200In Lauf der Konzeptions- und Ideenphase zum Projekt KIT-Gründerschmiede bestand bereits der Wunsch, die Gründerteams zu würdigen und Gründungsaktivitäten auf dem Campus präsenter zu machen. Daraus entstand die Idee eines „Walk of Flame“ – eine sichtbare Installation aller Gründungsprojekte und gegründeter Unternehmen, ähnlich wie der amerikanische Walk of Fame zur Ehrung von bedeutenden Persönlichkeiten in Film und Fernsehen. Mit dem Walk of Flame sollen motivierte, mutige Gründer/innen geehrt werden, die für ihre Ideen brennen und engagiert am Erfolg ihres Unternehmens arbeiten. Die ständige Präsenz auf dem Campus trägt darüber hinaus zur Stärkung der KIT-Gründungskultur bei, indem Gründen als gleichberechtigte Option für die eigene Lebensplanung begriffen werden kann.

Um sich diesem Teilprojekt anzunähern, wurde ein Ideenwettbewerb in Kooperation mit dem KIT-Institut Entwerfen und Bautechnik, Fachgebiet Building Lifecycle Management (BML), ins Leben gerufen. Im Lauf des Sommersemesters erarbeiteten die Studierenden im Rahmen eines Stegreifs, also einer unbetreuten Projektarbeit, Konzepte für den „Walk of Flame“. Die Architekturstudierenden hatten knapp einen Monat Zeit, um Ideen für ein öffentliches, dauerhaftes, wertiges und vor allem erweiterbares Denkmal zu kreieren. Vier ganz unterschiedliche Ansätze wurden schließlich am 20.05.2015 präsentiert, aus denen das Team der KIT-Gründerschmiede nun die beste Idee ausgewählt. Neben Kreativität, Sichtbarkeit und Umsetzbarkeit entscheidet auch der geschätzte Kostenaufwand für die Realisierung über den Gewinn beim Ideenwettbewerb. Alle eingereichten Ideen werden in der Gründergalerie beim KIT Venture Fest am 30. Juni im Audimax ausgestellt und der Gewinner des Ideenwettbewerbs gekürt.

Teil 3: Die diskursiven Kreativitätstechniken

Heute möchte ich zwei diskursive Kreativitätstechniken vorstellen: Die morphologische Analyse und das Ursache-Wirkungsdiagramm (Ishikawa-Diagramm).

Die morphologische Analyse

Die morphologische Matrix, oder auch morphologischer Kasten genannt, ist das wohl am weitesten verbreitete Instrument einer diskursiven Kreativitätstechnik und wurde von dem Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky (1898-1974) entwickelt. Die morphologische Matrix bildet das Kernstück der morphologischen Analyse, durch die sich Probleme schrittweise zerlegen lassen und daraufhin in einem Gesamtlösungsfeld erfasst werden können. Genauer gesagt, werden in einer Matrix einzelne Parameter und deren Lösungsalternativen gegenübergestellt. Durch die Kombination der Parameter-Lösungs-Felder können dann neue Lösungswege zum Vorschein kommen. Damit eignet sich die Anwendung der morphologischen Analyse vor allem bei der Entwicklung von neuen Produkten und in der frühen Innovationsphase. Merkmalsausprägungen können so in verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten dargestellt werden.

Der Vorgang lässt sich in fünf Schritte unterteilen:

  1. Kategorien festlegen, die wichtig für die Problemstellung sind
  2. Zu den einzelnen Kategorien alle möglichen Lösungsalternativen bzw. Merkmale festhalten
  3. Kategorien und Lösungsalternativen/Merkmale in eine Matrix übertragen
  4. Alle denkbaren Kombination von Merkmalen miteinander verknüpfen und auf Ihre Funktion und Sinnhaftigkeit prüfen
  5. Die beste Kombinationslösung weiterverfolgen und verfeinern

Die untere Abbildung zeigt beispielhaft eine Kombinationslösung in einer morphologischen Matrix, die sich mit der Entwicklung eines neuen portablen Musikplayers beschäftigt:

MorphologischerKasten_600

Morphologischer Kasten zur Entwicklung eines portablen Musikplayers

Das Ursache-Wirkungsdiagramm

Wenn Probleme auf ihre Ursachen hin überprüft werden müssen, eignet sich eine genaue Analyse der kausalen Zusammenhänge. Der japanische Wissenschaftler Kaoru Ishikawa entwickelte Anfang der 40er Jahre ein Fischgrätendiagramm (Ishikawa-Diagramm), durch das verschiedene Einflussfaktoren auf Ergebnisse grafisch darstellt werden können. Hierdurch lassen sich Probleme auf ihre Ursache und Wirkung visualisieren und analysieren. Die Ergebnisse können im Team oder in der Gruppe als Diskussionsgrundlage dienen. Bei der Erstellung des Diagramms müssen sich zu aller erst die Teilnehmer im Klaren sein, welches Problem zu Grunde liegt und wie es definiert ist. Dann wird es mit einem horizontalen Pfeil versehen und auf die rechte Seite unter Wirkung verzeichnet. Anstatt eines Problems kann jedoch auch ein Ziel angegeben werden. Im zweiten Schritt werden die Haupteinflussgrößen festgelegt. Weit verbreitet sind die sogenannten 4 Ms (Material, Maschine, Methode, Mensch). Diese sind jedoch beliebig erweiterbar und selbstverständlich nicht verpflichtend. Die Haupteinflussgrößen werden diagonal als Pfeil dargestellt und von kleineren Pfeilen, den Hauptursachen, flankiert. Diese Hauptursachen können z.B. durch Kreativitätstechniken eruiert und sogar von weiteren Nebenursachen begleitet werden. Das bedeutet, Nebenursachen beeinflussen Hauptursachen und Hauptursachen wirken wiederum auf Haupteinflussgrößen, die zu einem Problem oder Ziel führen.

Ursache-Wirkung_600

Schematische Darstellung eines Ishikawa-Diagramms

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