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emmtrix bändigt Mehrkernprozessoren

Die KIT-Ausgründung emmtrix Technologies GmbH erleichtert die Programmierung von Mehrkernprozessoren und holt damit mehr Leistung aus eingebetteten Computersystemen heraus.

 

Die Gründer von emmtrix Technologies (v.l.n.r.): Michael Rückauer, Frederik Riar, Oliver Oey und Dr. Timo Stripf. (Quelle: KIT, Meißner)

Die Gründer von emmtrix Technologies (v.l.n.r.): Michael Rückauer, Frederik Riar, Oliver Oey und Dr. Timo Stripf. (Quelle: KIT, Meißner)

Was bei Desktop-Computern und Laptops bereits als Standard gilt, ist im Bereich der eingebetteten Systeme, wie zum Beispiel in Telekommunikationsgeräten, Automobiltechnik oder industriellen Steuersystemen, ebenfalls auf dem Vormarsch: Prozessoren aus zwei oder mehr Prozessorkernen für höhere Geschwindigkeit und Leistung. Die bessere Performance im Vergleich zu Einkernprozessoren wird allerdings nur dann gewährleistet, wenn die Aufgabenverteilung auf mehrere Prozessorkerne effizient und problemlos funktioniert. Eine solche Parallelisierung wird bislang manuell umgesetzt: Hoher Zeit- und Kostenaufwand sowie spezielle Programmierkenntnisse schrecken vor der Nutzung ab.

Eine Forschungsgruppe des KIT-Instituts für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) unter der Leitung von Professor Jürgen Becker machte sich bereits 2011 auf die Suche nach Lösungen zur Vereinfachung der Parallelisierung von Mehrkernprozessoren. Im EU-Projekt „Algorithm Parallelization for Multicore Architectures“, kurz ALMA, entwickelten Wissenschaftler gemeinsam mit Industriepartnern eine innovative Programmierumgebung. Teil der Forschergruppe waren die Informatiker und Elektrotechniker Dr.-Ing. Timo Stripf, Michael Rückauer und Oliver Oey, die auf Basis des bei ALMA entwickelten Softwarewerkzeugs die Ausgründung anstrebten. „Etwa 40 Personenjahre wurden in die Entwicklung investiert. Zum Ende des Projekts war uns klar, dass wir mit der Technologie ein Unternehmen aufziehen wollen, damit die wertvollen Ergebnisse weiterhin nutzbar sind“, erklärt Timo Stripf.

Einen ersten Anlauf zur Gründung unternahm das Team vor knapp zwei Jahren. Mithilfe der Förderung EXIST-Forschungstransfer wollten die Wissenschaftler die ersten Schritte in Richtung Unternehmertum gehen. „Damals waren wir zu sehr auf unsere Technologie fokussiert“, gesteht Timo Stripf, „Die Bedeutung von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen hatten wir zu Beginn völlig unterschätzt. Mit einer Förderung klappte es damals nicht.“ Der Rückschlag war jedoch kein Grund, die Gründungspläne aufzugeben. Vielmehr reifte die Erkenntnis, dass im Team unternehmerisches Know-how fehlte. Der gebürtige Karlsruher Frederik Riar, der zuletzt an der WHU – Otto Beisheim School of Management war, schloss 2015 die Lücke im Team. Mit einem perfekt vorbereiteten Pitch überzeugte das Gründerteam die EXIST-Jury schließlich in der nächsten Bewerbungsrunde.

Seitdem arbeitet das Viererteam am Unternehmensaufbau und der Produktentwicklung. „Unternehmer zu werden, war für mich schon immer eine klare Option. Man kann die Zukunft selbst mitgestalten, schafft sich sein eigenes Umfeld und löst jeden Tag neue Probleme. Entscheidungen müssen oft sehr schnell getroffen werden und spiegeln sich direkt im Produkt wider – langweilig wird es dabei auf keinen Fall“, sagt Frederik Riar. Unterstützung erhielt das Team auch aus dem KIT: „Das Center for Interdisciplinary Entrepreneurship (CIE) half uns am Anfang, unsere Idee zu konkretisieren. Zu Themen, wie Patenten und Finanzierung, wurden wir beim KIT-Innovationsmanagement gut beraten. Gelegenheiten zum Austausch und Networking gab es ebenso, etwa Kaminabende, Gründergrillen, upCAT oder das Venture Fest. Wir wären nicht da, wo wir heute stehen, ohne das hilfreiche Feedback von außen“, so der Gründer Timo Stripf.

In diesem Jahr bringt emmtrix Technologies ihre Software samt Beratungsleistungen auf den Markt. Anwender werden mit dem ‚emmtrix Parallel Studio‘ durch den automatisierten Parallelisierungsprozess geleitet: Dabei wird Code aus mathematischen Softwaresystemen, wie MATLAB und Scilab, in die Programmiersprache C/C++ überführt. Dieser Code wird schließlich automatisch parallelisiert, sprich die Teilaufgaben werden auf mehrere Kerne verteilt. Frederik Riar erläutert: „Überall dort, wo Software für leistungsfähige, eingebettete Systeme entwickelt wird, können Unternehmen von unseren Werkzeugen profitieren. Dank der Automatisierung und Integration von hardwarespezifischen Details in unseren Produkten werden einerseits Entwicklungskosten reduziert, andererseits führt die schnellere Entwicklung zu kürzeren Reaktionszeiten auf Marktveränderungen, wodurch sich erhebliche Wettbewerbsvorteile für unsere Kunden ergeben.“

emmtrixParallelStudio_600

2016 ist ein entscheidendes Jahr für die Gründer. „Der Produktlaunch auf Fachmessen ist ein Meilenstein für unser Unternehmen und ein wesentlicher Schritt, um Anwender und strategische Partner für uns zu gewinnen. Wir wollen die Entwicklungslandschaft prägen und sind bester Dinge, dass wir unsere Technologie erfolgreich im Markt positionieren. Daran arbeiten wir mit vollem Einsatz.“ bekräftigt der Jungunternehmer Timo Stripf.

KONTAKT

emmtrix Technologies GmbH
Dr. Timo Stripf
Engesserstraße 5
76131 Karlsruhe

contact@emmtrix.com
www.emmtrix.com

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