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Entrepreneurship Education am KIT – Prof. Terzidis stellt das Lehrkonzept vor

Ende 2011 wurde das Institut für Entrepreneurship, Technologiemanagement und Innovation (EnTechnon) am KIT eingerichtet und Prof. Dr. Orestis Terzidis wurde zum Lehrstuhlinhaber berufen. Das Ziel war und ist es, Forschung und Lehre im Bereich Entrepreneurship auszubauen. Auch im Projekt „KIT-Gründerschmiede“ stellt eine fundierte Entrepreneurship-Lehre einen zentralen Bestandteil dar. Die Lehre am EnTechnon basiert auf einem vierstufigen Konzept:

  • Sensibilisierung für das Thema im Rahmen von Informationsveranstaltungen für die Fakultäten,
  • Einführung in zentrale Konzepte und Fakten,
  • aktionsbasiertes Lernen und Simulation sowie
  • die Begleitung in der Anwendung.
Lehrkonzept für Entrepreneurship am KIT

Lehrkonzept für Entrepreneurship am KIT

Ähnlich wie bei einer Ausbildung zum Piloten geht es bei der Entrepreneurship-Ausbildung darum, die Teilnehmer darauf vorzubereiten, Verantwortung zu übernehmen. Angehende Piloten lernen die Steuerung eines komplexen technischen Systems, Entrepreneure agieren in einem komplexen System mit sozialen, ökonomischen und technischen Aspekten.

Im ersten Schritt der Sensibilisierung geben wir Studierenden in speziellen Informationsveranstaltungen einen ersten Einblick in das Thema, um bewusst zu machen, dass Entrepreneurship eine mögliche Perspektive für die eigene Lebensgestaltung bietet. Häufig werden zusätzlich kurze Impulsreferate in andere Lehrformate eingebunden, in denen dann auf unsere Lehrveranstaltungen verwiesen wird. In dieser Stufe werden keine Prüfungsleistungen abverlangt, denn die Veranstaltungen stellen keinen Beitrag zu den regulären Studiengängen dar.

Die beiden nächsten Stufen dagegen sind Teil der Studiengänge am KIT. Jeder interessierte Studierende soll die Möglichkeit haben, Entrepreneurship als Teil des regulären Studiums kennenzulernen. Je nach Studiengang handelt es sich um anerkannte ECTS-Leistungen im Rahmen von Modulen oder Seminaren für Schlüsselqualifikationen.

Zunächst sollen hierbei ein fundiertes theoretisches und konzeptionelles Verständnis vermittelt werden. Dabei sind folgende Themen zentrale Aspekte:

  • die Identifikation von Gelegenheiten
  • die Ausarbeitung einer Vision
  • die Entwicklung neuer Dienste und Produkte
  • die iterative Validierung durch Nutzer
  • der Aufbau von Geschäftsmodellen
  • unternehmerische Führung
  • Wachstum und Internationalisierung
  • Finanzplanung und Akquisition von Investoren

Aufbauend auf diesem Grundverständnis werden dann in der Stufe Simulation Formate angeboten, die mit dem Flugsimulator bei der Pilotenausbildung verglichen werden können. Es geht darum, kognitiv und emotional Situationen herzustellen,  die der Realität ähnlich sind, aber doch einen geschützten Raum darstellen, in dem Erfahrungen beim unternehmerischen Handeln gemacht werden können. Der Fokus liegt auf dem Prinzip des aktionsbasierten Lernens. Konkret arbeiten wir mit Methoden, wie Design Thinking – der Entwicklung und Validierung von Geschäftsideen durch ein Team, sowie der Ausarbeitung von Geschäftsmodellen auf der Grundlage realer KIT-Patente und -Technologien.

Als vierte und höchste Stufe unserer Lehrpyramide sehen wir die aktive Begleitung von Gründungen. Diese bieten wir beim Startup Catalyst (upCAT), einem speziell entwickelten Accelerator-Programm am KIT. Hier werden Teams, die tatsächlich gründen wollen oder schon gegründet haben, mit einer gezielten fachlichen und pädagogischen Unterstützung über drei Monate hin begleitet. In der Metapher: hier steigt der Pilot in ein echtes Flugzeug und vervollständigt sein Wissen durch die Interaktion mit erfahrenen Mentoren und Trainern.

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