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Entrepreneurship Talk mit evopark

Am vergangenen Donnerstag war mit Sven Lackinger einer der Gründer des Start-ups evopark Gastredner beim KIT Entrepreneurship Talks (E-Talk) und berichtete über den Werdegang des Unternehmens sowie seine Erfahrungen als Gründer. Die evopark GmbH ist ein Kölner Unternehmen, das sich auf Parklösungen spezialisiert hat. Die evopark App hilft bei der Suche nach freien Parkplätzen in Parkhäusern in der Umgebung und navigiert Nutzer im Anschluss zu diesen, während die evopark Karte RFID-Technologie nutzt, um automatisch die Einfahrtsschranke in dem angesteuerten Parkhaus zu öffnen. Abgerundet wird der Service von einer monatlichen Abrechnung der Parkvorgänge.

Ein Prinzip, das nicht nur bei großen Automobilherstellern wie Porsche, Audi oder Mercedes auf Interesse gestoßen ist. Im vergangenen Jahr waren die vier Gründer zu Gast in der VOX-Sendung „Die Höhle des Löwen“ und hätten beinahe den größten Deal in der Geschichte der Unterhaltungssendung erzielt. Dass es nicht zu dem 1,5 Millionen Euro Investment durch Carsten Maschmeyer und Frank Thelen kam, lag letztlich an den im Gegenzug geforderten 25,1 Prozent am Unternehmen.

Sven Lackinger von evopark beim E-Talk

Sven Lackinger von evopark beim E-Talk

Angefangen hat für die Gründer alles an der Universität Koblenz-Landau. Im BWL-Master-Kurs „Corporate Entrepreneurship“ sollte ein Businessplan erstellt werden, wie Sven Lackinger zu Beginn seiner Präsentation berichtete. Einer der Mitbegründer erzählte damals davon, wie nervig er das Bezahlen mit Kleingeld an französischen Mautstellen fand. Schnell war die Idee geboren, eine Lösung für ein ähnliches Problem in Deutschland zu finden: Das Bezahlen in Parkhäusern.

Aus der anfänglichen Idee entstand bald die evopark GmbH. Es folgten viele Gespräche mit Parkhausbetreibern und Verantwortlichen, aber auch jenen Angestellten, die vor Ort ständig mit der Parkhaustechnik in Berührung kamen. Auch wenn die Gespräche mit den Parkhausbetreibern zu Beginn nicht von Erfolg gekrönt waren, bezeichnete Sven Lackinger diesen Austausch als wichtigen Input bei der Weiterentwicklung der Geschäftsidee.

Von null auf eins

Zu Beginn glich das Unternehmerleben oft noch sehr dem studentischen, weshalb viel Improvisationstalent gefragt war: So wurde die erste gemeinsame Wohnung gleichzeitig als Büro genutzt, in dem Vorstellungsgespräche in den privaten Zimmern stattfinden mussten und Kunden sich versehentlich in der Waschküche des Wohnhauses wiederfanden.

Letztlich konnten doch zwei Parkhausbetreiber gefunden werden, die enthusiastisch genug waren, evopark nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch ihre Parkhäuser für einen Testbetrieb zur Verfügung zu stellen. Bis das erste Parkhaus am 23. Dezember 2014 mit der notwendigen Technik versorgt war, vergingen jedoch noch einige Monate, in denen es auch immer wieder zu Rückschlägen kam. Dieser Schritt, von null auf einen (bzw. in diesem Fall zwei) Kunden zu kommen, war laut Sven Lackinger der schwierigste.

Zum Interesse „zwingen“

Nachdem der erste Prototyp seinen Dienst vollbrachte, mussten Kunden gewonnen werden. Eine Akquise über Suchmaschinen scheiterte allerdings daran, dass kaum jemand nach Parklösungen im Internet sucht. Die Gründer mussten andere Möglichkeiten finden, potenzielle Kunden über die Existenz ihres Produktes zu informieren: „Wenn die Leute sich nicht für dein Produkt interessieren, müssen Partner gesucht werden und man muss die Leute dadurch sozusagen zum Interesse zwingen“, berichtete Sven Lackinger mit einem Augenzwinkern.

Es zeigte sich, dass viele möglichen Partner ein großes Interesse daran hatten, wenn ein Gadget mit ihrer Marke bedruckt wird und die Marke so ständig dem Kunden positiv ins Gedächtnis gerufen wird. Als Gegenleistung wurde evopark über die Kanäle der neuen Partner beworben. So entstanden die ersten Partnerschaften mit einer Versicherung und einem Eishockey-Verein. Mehr durch Zufall, wie Sven Lackinger betonte, folgten mit der Zeit Kontakte zu Audi und Porsche. Letzterer ist mittlerweile Hauptinvestor des Start-ups. 2016/17 kann das Unternehmen bisher auf 1,2 Millionen Euro Umsatz blicken, während evopark-Label an immer mehr Parkhäusern zu finden sind.

Tipps für Gründer

Zum Abschluss seines Vortrags gab Sven Lackinger Gründer/innen und solchen, die es einmal werden wollen, noch ein paar grundlegende Tipps mit auf den Weg:

„Man muss manche Dinge einfach falsch gemacht haben.“
Fehler oder falsche Entscheidungen gehören zum Gründungsprozess dazu und können auch hilfreich sein, wenn man aus ihnen die richtigen Schlüsse zieht.

„Frage jemanden, der Ahnung davon hat!“
Die Expertise von Menschen, die bereits Erfahrung auf deinem Gebiet haben oder täglich mit dem zu tun haben, wofür du dein Produkt oder deine Dienstleistung anbietest, ist nahezu unersetzlich.

„Sell a vision, not a product!“
Selbst wenn du kein fertiges Produkt zum Vorzeigen hast, kannst du bereits mit einer guten Vision dessen, was du in Zukunft anbieten möchtest, viel erreichen.

„Know your people – Find allies!“
Gerade wenn du ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietest, die schwer direkt an den Kunden zu bringen ist, suche dir Partnerschaften, die dir dabei helfen.

„Never be afraid to change!“
Es gibt Situationen, die machen eine Kurskorrektur unausweichlich. Bleibe stets flexibel.

„Be professional – Overdeliver!“
Versuche stets so professionell wie möglich zu sein, manchmal ist mehr eben doch mehr.

„Fraction is trump!“
Letztlich kann dein Produkt noch so perfekt sein. Wenn dies auf Kosten der Einnahmen geht, bringt dich das nicht weiter. Unter dem Strich sollte stets eine schwarze Zahl stehen.

„Never quit!“
Höhen und Tiefen gehören gerade bei Start-ups mit dazu.

Und besonders wichtig: „Hab‘ Spaß dabei!“

Nach dem Vortrag entwickelte sich eine interessante Fragerunde, in der die Zuhörer/innen die Möglichkeit nutzten, Sven Lackinger Fragen über evopark zu stellen oder seine Meinung zu eigenen Gründungsprojekten zu erhalten. Beim anschließenden Get-together am Center for Entrepreneurship (CIE) fand der Abend in lockerer Atmosphäre einen angemessenen Ausklang.

Get-together beim CIE

Get-together am CIE

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