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Gas-to-Liquid-Anlagen im Kompaktformat

Die KIT-Ausgründung INERATEC GmbH präsentiert chemische Anlage mit mikrostrukturiertem Reaktor zur Umwandlung von Gasen in Kraftstoffe. 

Die Idee, flüssige Kraftstoffe aus Gasen zu gewinnen, ist keine neue – wohl aber die innovative Kompaktheit und damit die dezentrale Anwendung der Anlage der KIT-Ausgründung INERATEC. Bisher kamen sogenannte Gas-to-Liquid-Anlagen nur in großtechnischen Dimensionen zum Einsatz. Im Rahmen von Forschungsarbeiten am KIT haben die Gründer Dr. Tim Böltken, Philipp Engelkamp, Prof. Peter Pfeifer und Dr. Paolo Piermartini intensiv an chemischen Reaktoren gearbeitet, mit deren Hilfe sich auch kleine und mittlere Gasmengen in Kraftstoffe sowie in hochwertige Wachse umwandeln lassen. Genutzt werden können sowohl fossile als auch erneuerbare methanhaltige Gase, wie zum Beispiel Biogase oder Klärgase. Lohnenswert sind die Gas-to-Liquid-Anlagen, die INERATEC als containerisierte, schlüsselfertige Lösung vertreibt, besonders bei Prozessen, bei denen unerwünschte Gase als Neben- oder Abfallprodukte anfallen.

INERATEC

Die Gründer Dr. Paolo Piermartini, Dr. Tim Böltken, Prof. Peter Pfeifer und Philipp Engelkamp (v.l.n.r.) vor der INERATEC Power-to-Liquid- Anlage.

Zum Einsatz kommt die Technologie nun in einem Pilotprojekt zwischen INERATEC und dem VTT Technical Research Center of Finland Ltd, bei dem die weltweit erste kompakte Anlage für die Erzeugung von erneuerbaren, synthetischen Flüssigkraftstoffen aus Sonnenenergie und Luft – ein sogenannter Power-to-Liquid-Prozess – mit dem innovativen Reaktordesign ausgestattet wurde. Diese Pilotanlage, in deren Innerem die sogenannte Fischer-Tropsch-Synthese abläuft, präsentierten die Gründer von INERATEC im September 2016 zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

„Durch die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom und Kohlendioxid in flüssige Kraftstoffe will INERATEC die Energiewende mitgestalten“, so Dr. Böltken. Diese zukunfts- weisende Technologie fördert auch das KIT. So beteiligt sich das KIT seit August 2016 als Gesellschafter an der INERATEC GmbH. Eine Win-win-Situation, wie Böltken erklärt: „Das KIT ist ein hervorragender Partner, mit dem wir gerne auch langfristig verbunden bleiben und das gemeinsame Netzwerk nutzen wollen.“ Die INERATEC GmbH ist eines von aktuell sieben Spin-offs, an denen sich das KIT beteiligt.

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