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Gründer des Monats April: 300MICRONS GmbH

300MICRONS GmbHDas Unternehmen 300MICRONS entwickelt und produziert neuartige 3D-Zellkultursysteme für die biologische und pharmazeutische Forschung und Industrie. Das Basisprodukt ist ein Foliensubstrat zur 3D-Zellkultivierung. Durch die Eigenproduktion der Folienprodukte können individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden. Die Produkte sind sofort anwendungsbereit und in industriellen Standardformaten verfügbar. Wir haben Eric Gottwald, Mitgründer von 300MICRONS, im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

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Team von 300 MICRONS (v.l.): Dr. Roman Truckenmüller, Dr. Stefan Giselbrecht, Prof. Dr. Eric Gottwald, Dr. Peter Haug, Rabea Petermann, David Thiele

Wofür steht Ihr Unternehmen?

Zellkulturexperimente werden seit Jahrzenten in Kulturgefäßen durchgeführt, in denen die Zellen zweidimensional wachsen. Dass dies nicht besonders physiologisch ist, kann man sich leicht vorstellen. Obwohl schon in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgreich Experimente mit dreidimensional wachsenden Kulturen durchgeführt wurden, zeigte sich erst ca. zum Ende des letzten Jahrtausends die Akzeptanz der 3D-Zellkultursysteme auf breiter Basis.

Für die Herstellung solcher 3D-Kulturen gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Auf klassischerweise Art und Weise werden sie über kugelige Zellaggregate realisiert. Dieser Ansatz hat jedoch diverse Nachteile, z.B. eine nur bedingte Eignung für Hochdurchsatz-Screening-Kampagnen in der pharmazeutischen Industrie. Wir stellen unsere 3D-Zellkultursysteme auf Folienbasis her. Die Folien sind mit mikroskopisch kleinen Vertiefungen (300 µm im Durchmesser und Tiefe), den sogenannten Mikrokavitäten-Arrays, versehen. Jede einzelne Vertiefung kann einige Hundert bis Tausend Zellen aufnehmen. Die Folienprodukte enthalten wiederum mehrere Tausend dieser mikroskopisch kleinen Vertiefungen in den typischen Industrie- und Forschungsformaten (Mikrotiterplatten) – so ermöglichen sie nicht nur ein Hochdurchsatz-Screening von 3D-Zellkulturen, sondern auch die exzellente automatisierte Mikroskopierbarkeit der Folien-Systeme.

Die organotypischen Ergebnisse könnten sogar bestimmte Tierversuche überflüssig machen. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von 300 Microns ist, dass wir die Technologien zur Herstellung unserer Folienprodukte über viele Jahre hinweg selbst entwickelt und patentiert haben. Dies ermöglicht es uns, sehr flexibel und schnell auf neue Anforderungen sowie Kundenwünsche einzugehen und stellt eine solide Grundlage für die zukünftige Entwicklung weiterer innovativer Produkte im Zellkulturbereich dar.

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Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?

Die steigende Nachfrage nach unseren Systemen, ausgelöst durch wissenschaftliche Veröffentlichungen, bestehende Kooperationen, Mundpropaganda und schließlich der Gewinn bei einigen Gründungswettbewerben, hat uns dazu veranlasst, unsere Ideen in den Markt zu bringen.

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?

Roman Truckenmüller und Stefan Giselbrecht haben am IMT und IBG-1 seinerzeit die Technologie entwickelt. Ich selbst arbeite schon seit fast 20 Jahren auf den Vorläufermodellen der jetzigen 3D-Zellkultursysteme, Peter Haug stieß erst vor Kurzem, nach der Einwerbung der Helmholtz-Enterprise-Förderung als Founding Angel dazu.

Worin sehen sie die Vorteile, ihr eigener Chef zu sein?

Die Forschung am KIT war über weite Strecken geprägt durch selbstbestimmtes Arbeiten. Dazu gesellt sich nun noch die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu handeln und die eigenen Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass Eigenverantwortlichkeit natürlich auch bedeutet, mit allen Konsequenzen leben zu müssen, ist Teil des Spiels.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?

Wenn man sich entschieden hat zu gründen, bringt man alles Wichtige mit.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?

Als rein naturwissenschaftliches Gründerteam sind Themen, wie Finanzmanagement, Marketing, Vertrieb und Business Development, Positionen, die adäquat ausgefüllt werden müssen. Durch die erfolgreiche Einwerbung von Helmholtz-Enterprise-Mitteln stand uns die Möglichkeit offen, eine Person für diese Bereiche des Unternehmens ins Boot zu holen. Ferner sind Netzwerke, wie sie z.B. Science4Life oder BioPro bieten, wertvoll.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?

Zum einen setzt eine derartige Perspektive ungeahnte Energien frei, zum anderen perfektioniert sich aber auch die Terminplanung und das Selbstmanagement. Darüber hinaus hilft eine klare Aufgabenverteilung und eine Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?

Tut es!

Kurzübersicht:

  • Gründer: Eric Gottwald, Stefan Giselbrecht, Roman Truckenmüller, Peter Haug
  • Gründung: 2014
  • Homepage: www.300microns.com
  • Kontakt: info@300microns.com
  • Branche: Biowissenschaften, Gesundheit & soziale Dienste

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