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Gründer des Monats April: store2be GmbH

store2be_logo_v_wbDie KIT-Gründung store2be hat einen Online-Marktplatz geschaffen, über den sich Werbe- und Verkaufsflächen im stationären Handel temporär anmieten lassen. So können Unternehmen von der bestehenden Kundenfrequenz auf diesen Flächen profitieren und ihre Produkte optimal präsentieren. Wir haben das Team von store2be im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

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Gründerteam der store2be GmbH: Peter Gundel, Dr. Marlon Braumann, Emil Kabisch und Sven Wissebach (v. l. n. r.)

Wofür steht Ihr Unternehmen?

store2be ist der Online­‐Marktplatz für Aktions­‐ und Verkaufsflächen in Shopping­‐Centern, Einzelhandelsgeschäften und an besonderen Orten wie z.B. Fitnessstudios, Kinos oder Bars. Auf store2be.com können Unternehmen die richtigen Flächen für ihre Marken und Produkte mit wenigen Klicks anfragen und buchen. Sie profitieren von der bestehenden Kundenfrequenz auf diesen Flächen und können neue Kunden in der realen Welt ansprechen. Damit schaffen wir einen neuen Marketing‐Kanal und ermöglichen es, gezielte Offline Marketing Kampagnen mit wenig Aufwand durchzuführen. Unsere Partner, die Flächen auf store2be anbieten, profitieren von zusätzlichen Mieteinnahmen, mehr Abwechslung und einem gesteigerten Einkaufserlebnis für ihre Kunden. Gerade der stationäre Einzelhandel wird sich in den kommenden Jahren stark verändern und wir möchten diese Zukunft mitgestalten.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?

Die Idee zu store2be ist während unserer Arbeit in diversen anderen Start-ups entstanden. Dort ist uns aufgefallen, wie wichtig und zugleich komplex das Thema Offline Marketing ist. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass vor allem solche Unternehmen langfristig erfolgreich sind, die auf mehrere Customer Touchpoints und Kanäle (Stichwort: Omnichannel Marketing) setzen. Eine stationäre Präsenz ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und der Erfolg solcher Aktionen schwer messbar. Genau da setzen wir mit store2be an und bieten unseren Kunden alles für eine erfolgreiche Aktion.

Zudem lässt sich eine zunehmende Uniformität im Einzelhandel beobachten. Indem wir neuartige Marken und Produkte mit stationären Händlern und ihrer Infrastruktur zusammenbringen, stärken wir beide Gruppen und bringen wieder mehr Abwechslung in den Einzelhandel.

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?

Sven und Marlon kennen sich aus ihrer Studienzeit an der WHU und haben bereits während Svens Studium und Marlons Promotion damit begonnen, an der Idee von store2be zu arbeiten. Peter und Emil kennen sich ebenfalls seit längerer Zeit aus der PionierGarage, der Hochschulgruppe für Entrepreneurship am KIT. Zusammengefunden hat sich unser Team im Sommer 2015 durch gemeinsame Bekannte. Wenige Monate nach unserem Projektstart haben wir im Oktober 2015 die store2be GmbH gegründet.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?

Ein spannender Aspekt ist die Verantwortung, die man in der Rolle als Gründer und eigener Chef schon sehr früh übernimmt. Gerade zu Beginn betreut jeder der Gründer meist zwei bis drei wichtige Unternehmensbereiche, die es zu koordinieren und zu priorisieren gilt. Man trifft täglich Entscheidungen, welche die Zukunft des eigenen Unternehmens und damit aller Beteiligten maßgeblich beeinflussen und sollte als Vorbild für die ersten Mitarbeiter dienen. Daraus lernen wir eine Menge.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?

Unter anderem: Ausdauer, Selbstreflektion, Selbstbewusstsein und eine ordentliche Portion Optimismus. Einerseits muss man fest an eine Vision glauben, die Regeln des Marktes brechen und darf sich nicht einschüchtern lassen. Gleichzeitig müssen Gründer offen für Veränderungen bleiben, kritikfähig sein und auf den Markt hören. Meistens sieht das Produkt am Ende ganz anders aus, als man es sich am Anfang vorgestellt hat. Deshalb bedarf es einer gesunden Mischung aus Selbstbewusstsein/Überzeugung und Selbstkritik/Reflektion. Außerdem sollte man andere Menschen begeistern können. Man startet schließlich nur mit der Idee und muss von Anfang an Mitgründer, Mitarbeiter, Partner, Kunden und Investoren von einer Vision überzeugen, meist ohne ein fertiges Produkt zu haben.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?

Start-ups stecken zu Beginn in der folgenden Zwickmühle: Ohne ein fertiges Produkt gestaltet sich die Kundenakquise und Investorensuche schwierig. Ohne Umsätze oder eine Finanzierungsrunde lässt sich jedoch nicht so einfach ein Produkt entwickeln. Genau aus diesem Grund sind Förderprogramme für Frühphasen-­Start-ups so gefragt und wichtig. Die Unterstützung durch unsere Mentoren und durch das CyberForum sowie diverse Förderprogramme haben uns dabei geholfen, die erste Phase zu überwinden und mit einem ersten Produkt an den Markt zu gehen. Dieses ‚Henne‐Ei-Problem’ spüren wir als Online­‐Markplatz besonders. Wir müssen gleichzeitig Flächeninhaber und potenzielle Mieter für unsere Plattform gewinnen. Dabei geholfen haben uns diejenigen Partner und Kunden, die bereits früh an uns geglaubt und store2be in unserer Anfangsphase genutzt haben.

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Das Berliner Start-up ZipJet im ALEXA Shopping Center Berlin – store2be hat das Start-up dabei unterstützt, die richtige Fläche für die direkte Kundenkommunikation zu finden.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?

So klischeebehaftet diese Aussage auch sein mag: Wenn man mit ganzem Herzen für das eigene Start-up arbeitet, kommt man auch mit dem höheren Arbeitsaufwand gut zurecht. Zudem können wir uns im Team untereinander sehr stark motivieren. Regelmäßige Erfolgserlebnisse sind dabei nicht wegzudenken – man darf deshalb auch in schwierigeren Zeiten nicht vergessen, was man bereits erreicht hat. Was unsere Prozesse angeht, haben wir gleich zu Beginn unserer Zusammenarbeit diverse Kommunikations­‐ und Kollaborationstools eingeführt. Dadurch bringt man Struktur in die eigene Arbeit und behält den Überblick über seine Bereiche. Als kleines Team kann man außerdem sehr schnell kommunizieren und agieren, was zu einer effizienten Arbeitsweise und schnellen Entscheidungen geführt hat.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?

Abgesehen von den üblichen Ratschlägen: Man sollte sich eine Weile mit einem Thema beschäftigen, bevor man sich zur Gründung in einem bestimmten Bereich entscheidet. Die Bedeutung von Branchenwissen und den vorherrschenden Kräften in einem Markt wird gerne unterschätzt. Deshalb sollten junge Gründer Kontakt zu Experten suchen, sämtliches Wissen aufsaugen und einen hohen Lernwillen an den Tag legen. Nicht zuletzt deshalb sollte man früh an den Markt gehen und kurze Feedback­‐ und Entwicklungszyklen anstreben. Wir haben erst in Gesprächen mit unseren Kunden und Partnern zahlreiche Dinge gelernt, die jetzt in unserem Produkt wiederzufinden sind. Last but not least: Zeit zum Abschalten finden. Als Gründer denkt man sowieso die meiste Zeit an das eigene Produkt oder die Herausforderungen, die das Unternehmen gerade beschäftigen. Nach einer kurzen Auszeit kommen einem die besten Ideen für das eigene Start-up. Deshalb gilt umso mehr, den Sport und die Zeit mit Freunden und Familie zu genießen.

Kurzübersicht:

  • Gründer: Dr. Marlon Braumann, Sven Wissebach, Peter Gundel, Emil Kabisch
  • Gründung: 2015
  • Homepage: http://store2be.com
  • Kontakt: info@store2be.com
  • Branche: Software- und Informationstechnologie

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