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Gründer des Monats Dezember: robodev GmbH

robodev_logo_180px_breitEine Automatisierungslösung mit intelligentem Modulbaukasten, die keine Programmierkenntnisse erfordert und gleichzeitig in nur wenigen Stunden individuell an neue Produkte angepasst werden kann? Was sich wie der Traum vieler Unternehmen anhört, hat das KIT-Spin-off robodev GmbH in die Realität umgesetzt. Die frisch gekürten Gewinner des WECONOMY 2016 bieten als Technologieführer flexible Lösungen und damit hohe Produktivität bei der Herstellung kleiner Stückzahlen. Höchste Zeit, die Gründer zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten zu befragen.

Die Gründer von rhobodev (v.l.n.r.): Dr. Julien Mintenbeck, Dr. Jens Liedke und Dr. Andreas Bihlmaier.

Die Gründer von robodev (v.l.n.r.): Dr. Julien Mintenbeck, Dr. Jens Liedke und Dr. Andreas Bihlmaier.

Wofür steht Ihr Unternehmen?
Die robodev GmbH bietet individuelle Automatisierungslösungen für die wirtschaftliche Produktion und Montage kleiner Stückzahlen basierend auf einem intelligenten Modulbaukasten. Daraus ergeben sich für unsere Kunden eine Vielzahl von Vorteilen, wie Effizienzsteigerung in der Produktion durch eine flexible (Teil-)Automatisierung, schnellere Reaktion auf Marktveränderungen durch eine agile Anpassung der Produktion, sowie ein verringertes Investitionsrisiko durch eine produktunabhängige Nutzung und Wiederverwendung der Automatisierungskomponenten. Die Technologieführerschaft von robodev konzentriert sich im nahtlosen Zusammenspiel der Ebenen Mechanik, Elektronik, Kommunikation und Ansteuerung. Damit bietet robodev ein ganz neuartiges, vereinheitlichtes Automatisierungskonzept. Statt in Wochen kann die sensorbasierte (Teil-)Automatisierung von robodev innerhalb von wenigen Stunden in Betrieb genommen werden – ohne vorherige Programmierkenntnisse. So wird dem unternehmensinternen Betriebsmittelbau ermöglicht, selbstständig Automatisierungslösungen zu realisieren.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?
In der Forschungsgruppe Intelligente Prozessautomation und Robotik (IPR) am Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) tauchte im Zuge verschiedener Forschungsprojekte im Bereich der Industrie-, Service- und Medizinrobotik immer wieder eine Problemstellung auf: Wie lassen sich moderne Sensorik, elektrische Antriebe und Steuerungssoftware optimal integrieren. In Folge dessen recherchierten wir umfassend die bereits verfügbaren und auf Industriemessen neu vorgestellten Produkte im Bereich flexibler Automatisierungstechnik. Unser Fazit lautete: Es gibt auf dem Markt für Automatisierungstechnik kein System, welches darauf ausgelegt ist, sehr schnell und mit geringem Aufwand, individuelle Aufgabenstellungen zu automatisieren. Diese beachtliche Lücke zwischen Marktangebot und unseren Anforderungen machte uns neugierig: Handelt es sich bei dem Wunsch nach flexiblen und einfach in Betrieb zu nehmenden Automatisierungslösungen bloß um eine Nische für Forschung und Entwicklung?

Gespräche mit Produktionsverantwortlichen, insbesondere aus mittelständischen Betrieben, zeigten uns klar, dass es kein reines Nischenproblem ist. Durch sich verkürzende Produktlebenszyklen und erste Auswirkungen der Massenindividualisierung gibt es bereits heute eine Vielzahl von Wertschöpfungsprozessen, welche mit existierenden Produkten nicht wirtschaftlich automatisierbar sind. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) belegt unsere Beobachtung statistisch: 43% der Wertschöpfungsprozesse im verarbeitenden Gewerbe sind in Deutschland rein oder vorwiegend manuell, weitere 34% sind hybrid. Entsprechend beläuft sich der Personalaufwand für diese Tätigkeiten allein in Deutschland jährlich auf über 7 Milliarden Euro. Daher haben wir uns bei der Gründung von robodev zum Ziel gesetzt, diese Marktlücke für wandelbare Automatisierungslösungen durch einen intelligenten Modulbaukasten zu schließen.

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Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?
Wir, die drei Gründer und Gesellschafter der robodev GmbH – Dr. Andreas Bihlmaier, Dr. Jens Liedke und Dr. Julien Mintenbeck – haben uns während der Promotionszeit am Lehrstuhl von Prof. Dr. Heinz Wörn (IAR-IPR) kennengelernt. Schnell hat sich herausgestellt, dass ein Team, welches mit seinem Know-how in Informatik, Maschinenbau und Mechatronik alle wichtigen Fachgebiete im Bereich der Robotik und Automatisierungstechnik abdecken kann, ideal dafür geeignet ist, durch eine interdisziplinäre Herangehensweise innovative Lösungen zu finden.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?
Agilität und Verantwortung. Genauer gesagt, schnell und flexibel auf neue Anforderungen reagieren zu können und dabei sowohl die Freiheit wie auch die Verantwortung zu haben, alle notwendigen Entscheidungen – von der strategischen Unternehmensausrichtung bis zur Auswahl eines Zulieferers für C-Teile – sachgerecht treffen und aufeinander abstimmen zu können.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Eine positive Grundeinstellung sowie gute analytische und planerische Fähigkeiten sind genauso von Vorteil wie Resilienz und Ausdauer, wenn das zuvor genannte mal nicht ausreicht.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Hightech-Gründungen aus der Wissenschaft gehen meist Hand in Hand mit Gründern, welche sich im Zuge ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiter einen technologischen Vorsprung erarbeitet haben. Leider fehlt es oftmals an unternehmerischer Erfahrung. Zwei Maßnahmen sind daher wichtig: Weiterbildungen im Entrepreneurship sowie Kontakte zu erfahrenen Unternehmern knüpfen, die eine Mentorenrolle übernehmen können. Uns hat das intensive Accelerator-Programm des KIT (upCAT) sowie der IdeaHub des German Entrepreneurship Circle (GEC) sehr weitergeholfen. Jüngst konnten wir durch den Gewinn des WECONOMY-Gründerwettbewerbs unser Netzwerk nochmals um viele hochkarätige Top-Manager erweitern, welche uns sowohl bei operativen als auch strategischen Fragestellungen konkrete Ratschläge geben konnten.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Da wir uns heute, circa ein halbes Jahr nach Gründung, immer noch inmitten dieser Phase befinden, fällt eine Antwort darauf leicht: Motivation kommt vom lateinischen movere („bewegen“), für uns bedeutet das also ständig in Bewegung zu bleiben.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Entweder persönlich mit dem Unternehmen wachsen oder etwas anderes machen. In neue Aufgaben und Tätigkeiten, welche die Arbeit als Unternehmer von denen eines Forschers oder Angestellten unterscheiden, muss man hineinwachsen wollen. Ansonsten empfindet man diese als Hindernis, welche von der „eigentlichen“ Arbeit abhalten und nur Zeit verschwenden – was dann vermutlich tatsächlich für die gesamte Betätigung gelten würde.

Gründer: Dr. Andreas Bihlmaier, Dr. Jens Liedke, Dr. Julien Mintenbeck
Gründung: 04/2016
Homepage: www.robodev.eu
Kontakt: info@robodev.eu
Branche: Software & Informationstechnologie

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