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Gründer des Monats: Heisenberg Quantum Simulations

Heisenberg_LogoDas ganz frisch gegründete Unternehmen Heisenberg entwickelt Quantenalgorithmen zur Voraussage von Moleküleigenschaften für die Chemie- und Pharmaindustrie. Die Heisenberg Software kann sowohl auf herkömmlichen Computern als auch auf existierenden und zukünftigen Quantencomputern eingesetzt werden. Wir haben die vier Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Team_Heisenberg

Wofür steht Euer Unternehmen?
Heisenberg steht für innovative Methoden zu Materialsimulation. Viele Eigenschaften von Materialien hängen von quantenmechanischen Effekten ab. Sie lassen sich auf herkömmlichen Computern kaum oder gar nicht simulieren. Die Verwendung von Quantencomputern verspricht dieses Problem zu lösen. Aktuell gibt es eine rasante Entwicklung im Bereich der Quantentechnologien. Unternehmen wie IBM oder Alibaba bieten kleine Quantencomputer über einen Cloudzugang an. Nun stellen sich viele Unternehmen in der Chemie-, Pharma-, oder Materialforschung die Frage, wie und ab wann sie Quantencomputer nutzen können, um ihre Entwicklungszyklen zu beschleunigen. Heisenberg kann sie hier unterstützen und arbeitet an Algorithmen, um Quantencomputer zu nutzen, um neue Erkenntnisse über chemische und physikalische Zusammenhänge zu gewinnen.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?
Wir kommen aus dem Bereich Quantencomputing. Dieses Thema war lange Zeit hauptsächlich von akademischem Interesse. Seit 2012 ist allerdings relativ klar, dass Quantencomputer tatsächlich realisiert werden können und zahlreiche große Technologiefirmen arbeiten an der Hardware. Neben einigen Start-ups sind vor allem Google, IBM, Intel und Microsoft in diesem Feld aktiv.
Seit ca. 4 Jahren arbeiten wir an Ideen zur Kommerzialisierung von Quantencomputing und haben seitdem systematisch unsere Ideen weiterentwickelt. Es ist relativ klar, dass die ersten möglichen Anwendungen von Quantencomputern im Bereich Materialsimulation liegen werden. Im Umkreis von Karlsruhe gibt es eine ungewöhnliche hohe Dichte von forschungsstarken Chemiefirmen. Durch Kontakte in die Chemieindustrie waren wir in der Lage unsere Konzepte weiterzuentwickeln, was schließlich zur Gründung geführt hat.

Wie hat sich euer Gründungsteam zusammengefunden?
Das Gründungsteam besteht zum einen aus einer Forschungsgruppe am KIT, dass im Bereich Festkörperphysik und Quantencomputing gearbeitet hat. Die Forschungruppe bestand aus dem Teamleiter Michael Marthaler und drei Doktoranden, Sebastian Zanker, Iris Schwenk und Jan Reiner.
Auf dem vom KIT organisierten Accelerator Programm upCAT hat das Team Tobias Grab kennengelernt, der aus eigener Start-up Erfahrung die Relevanz von Materialsimultion kennt. Tobias hat als CEO des Materialentwicklungs-Start-ups Cynora Erfahrungen, die er jetzt optimal in die Neugründung einbringen kann.

Worin sehen Sie die Vorteile, euer eigener Chef zu sein?
Der Vorteil sein eigener Chef zu sein ist gegenüber unserer vorherigen Arbeitsweise im Akademischen Feld, bzw. als unabhängiger Berater, nicht unbedingt von allzu großer Relevanz. Uns alle treibt mehr das Interesse ungewöhnliche Technologien zur Anwendung zu bringen.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Die Fähigkeit selbstmotiviert zu arbeiten und die Faszination am Produkt der Firma.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Für Ausgründungen aus dem akademischen Feld ist es wahrscheinlich immer recht schwierig sich voll auf den Kundennutzen zu konzentrieren und sich nicht auf der Spielwiese der faszinierenden Technologien zu verlieren.  Uns hat das upCAT dabei sehr geholfen. Hier haben wir angefangen Kontakte in die Industrie aufzubauen und wirklich zu verstehen was für potentielle Kunden relevant ist. Seit Anfang des Jahres sitzen wir nun im Cyberlab und erfahren dort durch die Mitarbeiter und Mentoren viel Unterstützung und konstruktives Feeback z.B. zu unserem Businessplan, der Investitionsstrategie oder der PR Arbeit. Auch der Austausch mit den anderen Teams, die häufig auf ähnliche Probleme stoßen, ist sehr hilfreich.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Da wir schon vorher sehr viel gearbeitet haben, war der extra Aufwand bisher eher überschaubar. Wichtig ist wahrscheinlich, dass man bürokratische Aufgaben wie Buchführung direkt extern erledigen lässt. Damit kann man sich auf die relevanten Fragen konzentrieren.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Man sollte frühzeitig Kontakt zu anderen Gründern und zu potentiellen Kunden aufnehmen, um nicht zu lange an der Perfektionierung eines Produktes zu arbeiten, dass dann nicht genau zum Kundennutzen passt.

Unternehmen:Heisenberg Quantum Simulations
Branche: Software & Informationstechnologie
Gründer: Dr. Michael Marthaler, Dr. Tobias Grab, Dr. Sebastian Zanker, Jan Reiner, Iris Schwenk
Gründung: 01.04.18
Homepage: www.heisenberg.xyz
E-Mail-Kontakt: info@heisenberg.xyz

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