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Gründer des Monats Januar: emmtrix Technologies GmbH

Das KIT-Spin-off emmtemmtrix_logo_229x71rix Technologies bietet mit dem emmtrix Code Generator (eCG) und dem emmtrix Parallel Studio (ePS) innovative Softwarelösungen für eingebettete Singlecore- und heterogene Multicore-Systeme an. Die Unterstützung von MATLAB- und Scilab-Umgebungen ermöglicht die Integration in bereits vorhandene Softwareentwicklungsabläufe. Dadurch können die beiden Tools beispielsweise bei der Entwicklung von automatischen Einparkhilfen und von autonomen Fahrsystemen eingesetzt werden. Ein Jahr nach ihrer Teilnahme am KIT-Accelerator-Programm upCAT haben wir die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

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Die Gründer von emmtrix (v.l.n.r.): Michael Rückauer, Frederik Riar, Oliver Oey, Dr.-Ing. Timo Stripf

Wofür steht Ihr Unternehmen?
emmtrix Technologies steht für innovative Softwarelösungen für eingebettete Singlecore- und heterogene Multicore-Systeme, welche im Auto z.B. Funktionen wie das automatisches Einparken bis hin zum autonomen Fahren ermöglichen. Unsere Vision ist die aktuell vorherrschende manuelle Programmierung dieser Systeme durch automatisierte Softwareentwicklung abzulösen.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?
Die Idee, auf der emmtrix Technologies basiert, hat sich während einem europäischen Forschungsprojekt entwickelt, welches sich mit der automatisierten Programmierung von Multicore-Systemen beschäftigt hat. Auslöser, tatsächlich ein Unternehmen zu gründen, waren zum einen das ausgezeichnete Projektfeedback von der EU-Kommission in Brüssel und zum anderen die hervorragenden Testergebnisse der Industriepartner, welche die emmtrix-Basistechnologie an realen Anwendungsbeispielen evaluiert haben. Nach einigen Recherchearbeiten war schnell klar, dass wir eine Technologie mit sehr viel Marktpotential vorliegen haben.

 

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Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?
Timo, der das EU-Projekt, aus dem unsere Technologie stammt, gemeinsam mit Professor Jürgen Becker (Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung, kurz: ITIV) federführend leitete, stellte bereits während des Projekts die Weichen für eine Ausgründung. Er hat es geschafft, Michael und Oliver für die Idee, ein Unternehmen zu gründen, zu begeistern. Damit waren die Kompetenzen auf Softwareseite mit Timo und Michael als Informatiker sowie die Kompetenzen auf Hardwareseite mit Oliver als Elektrotechnikingenieur sehr gut abgedeckt. Mit meinem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund habe ich die betriebswirtschaftliche und marktorientierte Perspektive einbracht und konnte das Team dadurch sehr gut ergänzen. In dieser Zusammenstellung arbeiten wir täglich gemeinsam daran, unser Unternehmen und unsere Produkte im Markt zu positionieren.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?
Der eigene Chef zu sein hat im operativen Tagesgeschäft einige positive Auswirkungen. Es macht uns sehr viel Spaß unsere eigenen Ideen voranzutreiben. Wir arbeiten an spannenden Themen, entwickeln Prozesse und treffen wichtige Entscheidungen NICHT weil es von einem Vorgesetzten erwartet wird, sondern weil wir davon überzeugt sind, dass unser Vorgehen das Beste für die Entwicklung unseres Unternehmens ist. Das motiviert uns jeden Tag aufs Neue!

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Als Gründer ist es vorteilhaft, verschiedene Eigenschaften zu vereinen: Bei einer Unternehmensgründung muss man täglich Probleme lösen. Dafür sind gewisse Problemlösungskompetenzen hilfreich. Es gibt Zeiten, die besonders anspruchsvoll sind und in denen man unter hohem Termindruck steht. In diesen Situationen braucht man „Biss“ und muss strukturiert arbeiten können. Nach solchen „heißen Phasen“ sind Ruhephasen aber mindestens genauso wichtig wie der „Sprint“ an sich. Man muss sich seine Kraft gut einteilen – so wie ein Marathonläufer! Beim Gründen benötigt man auch einen langen, oft sogar sehr langen Atem ;-). Zuletzt sollte man als Gründer auch das Gespür mitbringen, die eigenen Fähigkeiten im richtigen Moment einzusetzen.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Die größte Hürde ist ein stabiles Team aufzustellen, welches gemeinsam an einem Strang zieht und eine gemeinsame Vision verfolgt. Wir haben im vergangenen Jahr einige Teams kennengelernt, die wirklich gute Ideen und Produkte hatten, aber das Team nicht dieselbe Richtung eingeschlagen hat. Das kostet unnötig Kraft und man verliert den Fokus auf das Wesentliche.

Unterstützung haben wir vom KIT, insbesondere von unserem Mentor Professor Becker vom ITIV, dem Innovationsmanagement (kurz: IMA) und dem Center for Interdisciplinary Entrepreneurship (kurz: CIE) bekommen. Gerade in der Anfangsphase werden wichtige Grundsteine gelegt. Das Feedback von Prof. Becker und die Fachbeiträge bei den Veranstaltungen der KIT-Gründerschmiede und des CIEs haben uns sehr geholfen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus unterstützten uns die Gründerberater der KIT-Gründerschmiede u.a. bei der Beantragung einer Startfinanzierung, der Marktevaluierung sowie durch die Ermöglichung von Messeauftritten bei der CeBIT 2016 und beim CODE_n new.New Festival. Bei diesen Veranstaltungen haben wir einige wertvolle „Leads“ zu Industrieunternehmen und Venture Capital Gesellschaften machen können.

Außerdem hat uns das CyberForum sehr geholfen. Über das Netzwerk des CyberForums haben wir viele für uns sehr wichtige Kontakte knüpfen können. Wir konnten uns z.B. mit anderen Start-up-Teams und erfahrenen Unternehmern austauschen. Dadurch haben wir sehr viel dazugelernt. Events wie der CyberChampions Award, bei dem wir kürzlich in der Kategorie Best Concept den 2. Platz belegen konnten, bringen öffentliche Aufmerksamkeit.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen unseren Unterstützern bedanken!

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Dem hohen Arbeitsaufwand entgegnen wir mit strukturiertem arbeiten und vor allem mit viel Motivation und Spaß an dem was wir tun! Auch wenn ein Tag mal länger oder die Nacht vor einer Produktpräsentation oder einer Messe kürzer wird, verlieren wir unseren Spaß und Humor eigentlich nie. Gemeinsam Lachen schweißt zusammen und hilft auch hohe Belastungen als Team zu bewältigen.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Das wichtigstes zuerst: Team! Es ist wichtig, dass alle für eine erfolgreiche Gründung notwendigen Kompetenzen im Team vorhanden sind – fachlich und menschlich! Einigt euch auf einen Weg, teilt eure Ziele, Werte und Visionen. Wir haben das sehr früh gemacht und es hat uns geholfen. Als Team sollte man sich so früh wie möglich auf eine Richtung einigen. Sonst verliert man sich auf dem Weg und das wäre schade!

Weiterhin sollte man keine Angst vor Entscheidungen haben. Als Gründer muss man oft und meist sehr schnell Entscheidungen treffen – auch wenn nicht immer eine fundierte Informationsbasis vorhanden ist. Daran sollte man sich schnell gewöhnen und die Konsequenzen tragen können. Es gibt nichts Schlimmeres, als wichtige Entscheidungen aufzuschieben und damit an Handlungsspielraum zu verlieren. Dabei sollte man aber nie die Risiken aus dem Blick verlieren.

Gründer: Dr.-Ing. Timo Stripf, Michael Rückauer, Oliver Oey, Frederik Riar
Gründung: 2016
Homepage: www.emmtrix.com
Kontakt: contact@emmtrix.com
Branche: Software & Informationstechnologie

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