Home » Gründer des Monats » Gründer des Monats Juli: memetis GmbH

Gründer des Monats Juli: memetis GmbH

memetis_logo_180pxBREIT„Es läuft“ beim Start-up memetis: Die vier Gründer sind nicht nur unsere Gründer des Monats, sondern gewannen im Mai auch den Elevator Pitch BW 2017. Das Unternehmen entwickelt folienbasierte, thermisch aktivierbare Miniatur-Aktoren aus Formgedächtnislegierungen (FGL). Diese ermöglichen hohe Schaltkräfte bei besserer Integrierbarkeit und höherer Flexibilität. Einsatz findet diese Technologie vor allem im Bereich der Medizintechnik und Bioanalytik. Wir haben die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

memetis GmbH

Die Gründer von memetis (v.l.n.r.): Dr. Marcel Gültig, Dr. Hinnerk Oßmer, Dr. Christof Megnin und Christoph Wessendorf.

Wofür steht Ihr Unternehmen?
memetis ermöglicht große Kräfte und Bewegungen auf kleinstem Raum. Dies schaffen wir durch Miniatur-Aktoren, also kleinen Komponenten die eine Bewegung bzw. eine Aktion ausüben, aus Formgedächtnislegierung (FGL). Formgedächtnislegierungen sind metallische Legierungen, welche sich im kalten Zustand sehr leicht deformieren lassen und sich durch Erwärmung wieder selbstständig in ihre Gedächtnisform zurückwandeln. Dabei werden Wege zurückgelegt und Kräfte erzeugt. Auf dieser Basis kann eine Vielzahl an Komponenten und Systemen in verschiedenen Industrien weiter stark miniaturisiert werden und schafft somit ganz neue Anwendungen.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?

Die zündende Idee kam uns im Zuge der Promotion am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT). In dieser Zeit haben wir bereits viel Erfahrung mit Miniatur-Aktoren aus FGL sammeln können. Dabei hat sich der Wille gefestigt, diese Technologie in der Aktorik zur Marktreife weiterzuentwickeln und einem breiten Spektrum an Nutzern zugänglich zu machen. Dies ist nun auch unser erklärtes Ziel – FGL-Miniatur-Aktorik in seiner vollen Breite nutzbar und marktfähig zu machen.

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?
Das Gründerteam bestand in den ersten sechs Monaten aus Dr. Marcel Gültig, Dr. Hinnerk Oßmer und Dr. Christof Megninn. Sie haben einen technischen Hintergrund und haben auf dieser Basis die Entscheidung zum gemeinsamen Unternehmensaufbau getroffen. Christoph Wessendorf ist im Frühjahr 2015 zum Gründerteam dazugestoßen, um die kaufmännischen Aspekte der Gründung abzudecken. Er kannte Marcel noch aus Schulzeiten, sodass sie hier auch gleich alle auf einer guten und vertrauensvollen Basis starten konnten. Seit Mai 2016 ist Christoph auch Vollzeit Teil des Teams. Seitdem sind wir komplett und mit vollem Engagement dabei, memetis aufzubauen.

Quelle: memetis.com

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Vorteile sind sicher sehr vielschichtig und auch sehr subjektiv. Für uns steht jedoch die Herausforderung des Unternehmensaufbaus, die Abwechslung, Spaß, Eigenverantwortung und gewisse Freiheiten gewährt, an erster Stelle. Dies gehört für uns zu einem erfüllenden Berufsleben dazu.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Die „eine“ Eigenschaft gibt es für uns nicht. Eine gesunde Mischung aus Leidenschaft und Begeisterung sowie Ausdauer, Ehrlichkeit und Pragmatismus ist jedoch notwendig. Dies ermöglicht es einem Gründer für seine Sache zu brennen, Kunden und Mitstreiter zu gewinnen und zu überzeugen, dabei aber auch stets einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht zu unseriösen Versprechungen hinreißen zu lassen. Somit kommt man gut durch die Höhen und Tiefen einer Unternehmensgründung und wird von seinen Partnern und Kunden geschätzt.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Man neigt anfangs dazu, besonders kritisch auf das eigene Budget zu schauen und vieles selbst zu machen. Das ist grundsätzlich auch kein falscher Ansatz, aber eben auch nicht immer sinnvoll. In einigen Bereichen sollte man investieren und mit Experten zusammenarbeiten. Dies gilt vor allem in rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen sowie insbesondere beim Intellectual Property (IP). Hier kann man viel falsch machen und das eigene Unternehmen gefährden. Schließlich muss man auch im Hinterkopf behalten, dass sich die eigene Arbeitszeit auf den Kern des Unternehmens fokussieren sollte – hier wird in der Regel der größte Mehrwert generiert!

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Diese Frage hat sich uns gar nicht gestellt. Hier war die Freude daran, etwas Eigenes aufzubauen erst einmal ein starkes Zugpferd. Oft kommt einem die eigene Arbeit auch gar nicht wie „Arbeit“ vor, sondern eher als fordernde Tätigkeit mit einem tieferen Sinn. Weiter gilt aber auch hier, dass man mit seinen Aufgaben wächst und somit die erhöhten Anforderungen gar nicht mehr so gravierend scheinen.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Zeigt Eigeninitiative und seid ehrlich – zu Euch selbst sowie Euren Mitgründern, Kunden und Partnern. Bei der Gründung muss es nach vorne gehen, da Stillstand keine Alternative ist. Dazu müsst ihr selbst handeln. Bei allem Bestreben sich weiterzuentwickeln muss man jedoch aber immer darauf Wert legen, dass man ein ehrliches und vertrauensvolles Umfeld beibehält. Wenn dies nicht gewährleistet ist, dann kann sich die Energie, welche man in die Weiterentwicklung des Unternehmens steckt, auch ganz schnell ins Negative drehen. Das gilt es zu vermeiden!

Unternehmen: memetis GmbH
Gründer: Dr. Marcel Gültig, Dr. Hinnerk Oßmer, Dr. Christof Megnin, Christoph Wessendorf
Gründung: 2017
Homepage: www.memetis.com
E-Mail-Kontakt: team@memetis.com
Branche: Elektrotechnik, Feinmechanik & Optik

Den Siegerpitch sowie ein Interview mit memetis beim Elevator Pitch BW kannst du dir hier ansehen:

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>