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Gründer des Monats Juli: OPVengineering GmbH

Logo OPVengineeringDas Unternehmen OPVengineering bietet hochdynamische Prüfstands-Automatisierungskomponenten auf dem Gebiet der Automobilentwicklung. Mithilfe ihrer Lösungen schaffen sie optimale Prüfumgebungen auf dem Prüfstand, indem Antriebskomponenten in Wechselwirkung mit virtuellen Restfahrzeugmodellen betrieben werden. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern und dem KIT arbeitet das Team an der ständigen Weiterentwicklung. Wir haben das Team von OPVengineering im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Team von OPVengineering (v.l.n.r.): Christian Stier, Steffen Jäger und Martin Geier mit einem Prüfstands-Demonstratorsystem

Team von OPVengineering (v.l.n.r.): Christian Stier, Steffen Jäger und Martin Geier mit einem Prüfstands-Demonstratorsystem

Wofür steht Ihr Unternehmen?

OPVengineering baut hochdynamische Prüfstände für Fahrzeugantriebe und löst anspruchsvolle Herausforderungen an bestehenden und neuen Testanlagen. Mit sogenannten Closed-Loop-Prüfständen, bei denen ein Teil des Fahrzeugantriebs in Wechselwirkung mit dem restlichen Antriebsstrang getestet wird, können gegenüber konventionellen Tests nützlichere und aussagekräftigere Ergebnisse erzielt werden. Dabei wird das restliche Fahrzeug in Echtzeit simuliert und mithilfe geeigneter Aktoren und Sensoren mit der zu testenden Komponente auf dem Prüfstand verbunden.

Systemaufteilung virtuell/real im Closed-Loop-Testing

Systemaufteilung virtuell/real im Closed-Loop-Testing

OPVengineering entwickelt und vertreibt echtzeitfähige Modelle von Verbrennungsmotor, Kupplungssystem, Getriebe oder Antriebswellen – je nachdem wo die zu testende Komponente freigeschnitten werden soll. Darüber hinaus implementiert OPVengineering hochdynamische Regler für Prüfstandsantriebe, so dass dynamische Sollwertvorgaben möglichst genau und verzugsfrei auf den Prüfling wirken. Bereits beim Engineering des gesamten Prüfstandsantriebs sorgt OPVengineering dafür, dass die Anwendungsfälle des Prüfstandsanwenders mit bestmöglicher Performance realisiert werden können.

Dazu gehören auch Unterbaustrukturen für Prüfstandsantriebe, die von OPVengineering so ausgelegt und konstruiert werden, damit der Prüfstand auch bei großen Schwingungsanregungen und Drehzahlen fehlerfreie Testergebnisse liefert.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?

Während unserer Tätigkeit in der Forschungsgruppe Antriebstechnik des IPEK – Institut für Produktentwicklung am KIT hatten wir die Möglichkeit mit vielen Firmen aus der Automobilindustrie in Kontakt zu kommen. Im Rahmen dieser gemeinsamen Projekte haben wir erkannt, wie groß der Bedarf der Automobilhersteller und deren Zulieferer an kommerziellen Lösungen basierend auf den von uns erforschten Technologien ist. Die Aussicht, mit dem ein oder anderen dieser Kunden auch als neu gegründete Firma weiter in Kontakt bleiben zu können, hat uns bewogen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?

Martin und Christian kennen sich schon vom Studium, Steffen kam dann in der Forschungsgruppe im Institut mit dazu. Dort haben wir in der Tätigkeit als akademische Mitarbeiter gemeinsam zahlreiche Forschungs- und Industrieprojekte bearbeitet. Hierbei hatten wir das Glück, gemeinsam ein paar große Prüfstandsneubauten und -modernisierungen durchführen zu können. Dabei haben wir festgestellt, dass wir super zusammenarbeiten und sich unsere Kompetenzen optimal ergänzen. Bald war dann auch klar, dass wir weiter gemeinsam tätig sein wollen.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?

Wir können so die Herausforderungen unserer Kunden optimal lösen, ohne darüber hinaus innerbetriebliche Hürden überwinden zu müssen. Niemand sagt uns „Das haben wir aber bisher immer so gelöst!“ und damit können wir technisch und operativ ganz vorne mitspielen.

Die Auseinandersetzung mit Themen der Betriebswirtschaft ist sicherlich am Anfang für ein reines Ingenieur-Team eine recht große Hürde. Mittlerweile haben wir aber ein sehr gutes Netzwerk bestehend aus Bank, Steuerberater und diversen Coaches, sodass wir zum einen die Themen gut im Griff haben und es zum anderen auch Spaß macht, eine Firma in diesen Themen von null an aufzubauen.

Da die Produkte allesamt auf unseren Ideen basieren, ist die Leidenschaft mit der wir daran arbeiten natürlich viel intensiver als würde ein Vorgesetzter irgendwelche Vorgaben machen. Das macht dann natürlich auch mehr Spaß und bietet damit eine Art unentgeltlichen Lohn, der uns sehr wertvoll erscheint.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?

Es ist wichtig, dass man sich als Firmengründer auch mit dem Unternehmer-Sein identifiziert. Uns war es wichtig von Beginn an mit Kunden in Kontakt zu kommen und auch erste Projekte zu akquirieren. Es klingt banal, aber eine Kunden- und Gewinnorientierung sollte man bald entwickeln. Die Gefahr ist, dass man zu sehr an seiner Technologie oder dem Produkt hängt. Was natürlich logisch ist, da das Produkt der Ausgangspunkt der Gründung ist.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?

In einem Team bestehend rein aus Ingenieuren braucht man für die betriebswirtschaftlichen Themen definitiv Unterstützung. Schon beim Schreiben von Förderanträgen ist es hilfreich, wenn jemand mit Erfahrung in diesem Bereich darüber schaut. Wir hatten schon recht früh mit den Gründungsberatern des KIT Kontakt aufgenommen, das war vor allem in der ersten Phase sehr hilfreich. Nach der Gründung haben wir uns die Bank, den Steuerberater und die Versicherung des Vertrauens gesucht und fühlen uns sehr gut aufgehoben dort.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?

Die Gründung an sich und das Auseinandersetzen mit den Themen rund um die Gründung ist eine Aufgabe, die man gemeinsam bearbeiten muss. Das sind natürlich einige neue Dinge, die viel Zeit rauben, letztlich aber einfach dazu gehören. Das muss man wissen und akzeptieren, dann erscheint es auch nicht als belastender Mehraufwand.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?

Nicht lange reden, machen!

Kurzübersicht:

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