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Gründer des Monats Juni: BRC Solar

BRC SolarUnsere Gründer des Monats Juni sind BRC Solar. Das Start-up von der Hochschule Karlsruhe will Solaranlagen aus dem Schatten holen. Wir haben die drei Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Wofür steht euer Unternehmen?Gruppenbild BRC Solar
Wir von BRC Solar geben dem Schatten zukünftig keine Chance mehr. Wenn man Photovoltaik-Anlagen betrachtet wird deutlich, welche entscheidende Rolle der Grad der Verschattung bei der Frage der Effizienz spielt. Egal ob Hausdächer von Bäumen oder dem Nachbarhaus verschattet werden, oder die Modulreihen auf Freiflächenanlagen aufgrund potenzieller Verschattung weiter auseinander platziert werden müssen. Überall liegt verschwendetes Potenzial vor, da verschattete Module heutzutage keine Energie während der Verschattung liefern können. Dieser Verschwendung wirken wir von BRC Solar mit der Entwicklung unseres Leistungsoptimierers entgegen. Durch die Anbringung unserer Elektronik sorgen wir dafür, dass die restliche Energie der Verschattung genutzt werden kann und der Gefahr des Moduldefekts durch langzeitige Verschattung entgegengewirkt wird. Der Schatten hat für zukünftige Anlagen keine Chance mehr!

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?
Timm führte Anfang 2016 eine Projektarbeit bei Prof. Merz, dem Professor für Erneuerbare Energien der Hochschule Karlsruhe, durch, in der es darum ging, dass Patent der Elektronik das erste Mal praktisch zu realisieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit hat er auf der Photovoltaik-Konferenz EUPVSEC vorgestellt. In Folge dessen entstand bei Timm der Gründungswunsch.

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?
Anfang 2014 haben sich Richard und Timm während ihres Studiums der Elektrotechnik im Rahmen der Fachschaftsarbeit kennengelernt. Durch die Absprache mit dem AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Hochschule Karlsruhe ergab sich schnell die Zusammenarbeit mit Pascal, der dort tätig war. Während dieser Zeit wurden bereits zahlreiche Projekte geplant. Im Rahmen dieser Planungen haben wir schon zusammengearbeitet und die gegenseitigen Arbeitsweisen kennengelernt.

Worin seht ihr die Vorteile, euer eigener Chef zu sein?
Im Zuge von praktischen Arbeiten während des Studiums haben wir bereits in größeren Unternehmen mit stark verankerter Bürokratie gearbeitet. Entscheidungsprozesse sind hier sehr langwierig und häufig werden gute Ideen nicht umgesetzt. Diese Strukturen gibt es in einem Start-up nicht. Nicht nur wir als Geschäftsführer, sondern auch unsere Mitarbeiter können direkt an den strategischen Entscheidungen beteiligt werden. Jeder ist entscheidend und spielt eine wichtige Rolle im Team.

Welche Eigenschaft sollte man als Gründer mitbringen?
Die Kehrseite der oben dargestellten Entscheidungsfreiheit ist die damit zusammenhängende Verantwortung. Als Gründer und Geschäftsführer gibt es keine weitere Instanz über dir. Jede deiner Entscheidungen betrifft maßgeblich die Entwicklung des eigenen Unternehmens. Sowohl in positiver, als auch in negativer Weise. Mit dieser Verantwortung muss ein Gründer umgehen können. Es darf nicht so sein, dass man Dinge zu sehr an sich ranlässt und deshalb nicht mehr ruhigen Gewissens einschlafen kann.

Eine zweite wichtige Eigenschaft ist es auch mal Aufgaben delegieren zu können. Gerade wenn das Unternehmen wächst und man Mitarbeiter einstellt, ist die strategische Orientierung viel wichtiger als die operative Tätigkeit. Egal wie gerne man am Produkt „rumwerkelt“ jemand muss das Steuer in die Hand nehmen und durch sichere Gewässer führen.

Die dritte wichtige Eigenschaft ist die Anpassungsfähigkeit. Planen ist schön und gut, aber es passieren immer Dinge, mit denen man nicht rechnet. Sowohl im Positiven, wenn der Kunde doch plötzlich unerwartet mit einem großen Auftrag winkt, als auch im Negativen, wenn sich Spezifikationen der Bauteile verändern und man neue Lieferanten suchen muss. Auf diese Veränderungen muss der Gründer schnell reagieren können.

Wo seht ihr die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?
Unser Unternehmen ist im B2B-Umfeld tätig. Hier darf nicht nur das Produkt mit Qualität überzeugen. Bei solchen langfristigen Kooperationen / Verträgen spielt auch der Eindruck / die Qualität des gesamten Unternehmens eine wichtige Rolle. Fragen wie „Wie wird die Qualität der Produktion sichergestellt?“ oder „Wie können wir sicher wissen, ob es Ihr Unternehmen in 5 Jahren noch gibt?“ müssen glaubwürdig beantwortet werden können. Um solche Qualitäten auch auf unternehmerischer Seite sicherzustellen arbeiten wir bereits mit einem kompetenten erfahrenen Mentoren Team zusammen, die uns in der Unternehmensentwicklung, der Finanzplanung sowie in der technischen Entwicklung tatkräftig zur Seite stehen. Des Weiteren arbeiten wir bereits mit zwei Acceleratoren zusammen. Diese sind die innoWerft aus Walldorf, sowie Axel der Energieaccelerator hier aus Karlsruhe.

Wie seid ihr in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Die Frage ist aus unserer Sicht leicht missverständlich. Man könnte es so interpretieren, dass sich der Arbeitsaufwand nach der Gründungsphase reduziert hat. Dem ist nicht so. Gerade mit zunehmenden Aufträgen von Kunden fängt die Arbeit erst richtig an. Hier muss frühzeitig priorisiert sowie klare Verantwortlichkeiten festgelegt werden. Außerdem sollte man sich als Geschäftsführer immer klar überlegen, welche Aufgaben man vielleicht auch lieber delegieren sollte.

Habt ihr Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Grundsätzlich ist es nie schlecht sich Unterstützung zu suchen. Selbst wenn ihr die absoluten Experten in eurem Bereich seid, so fehlen euch höchstwahrscheinlich in anderen Bereichen die zum erfolgreichen Wachstum eures Unternehmens dazugehören notwendige Kompetenzen. Und das ist auch okay! Es ist nicht schlimm zu erkennen, das euch gewisse Fähigkeiten fehlen. Wichtig ist diese frühzeitig zu erkennen und euch zu überlegen wie ihr diese füllt. Reicht es aus diese extern zu vergeben, wie beispielsweise die Buchführung an einen Steuerberater, oder ist es unabdingbar, diese Kompetenzen und Soft Skills aufzubauen. Deshalb hinterfragt euch selbst. Welche Kompetenzen und Soft Skills (Verhandlungsgeschick, Präsentationsfähigkeit, etc.) müsst ihr noch weiter aufbauen und welche Unterstützer (Acceleratoren oder Mentoren) können euch dabei unterstützen.

Unternehmen: BRC Solar GmbH
Gründer: Richard Brace, Pascal Ruisinger, Timm Czarnecki
Gründung: Juni 2018
E-Mail: info@brc-solar.de
Homepage: www.brc-solar.de
Branche: Energie, Elektrotechnik

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