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Gründer des Monats März: QPR Technologies

DieQPR_Logo_180pxBREIT Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt maßgeblich. Prozesse verlaufen computergestützt, Software wird zunehmend komplexer. Das hat häufig eine erhöhte Fehleranfälligkeit und Instabilität zur Folge. Je früher ein Fehler entdeckt wird, desto höher stehen die Chancen, noch rechtzeitig in den Fertigungsprozess eingreifen zu können und sinkendes Kundenvertrauen, Sicherheitsprobleme und teure Rückrufprozesse zu vermeiden. Das Karlsruher Unternehmen QPR Technologies entwickelt aus diesem Grund eine Applikationen zur frühzeitigen Erkennung von Softwarefehlern. Wir haben die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

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Das Team von QPR Technologies (v.l.n.r.) obere Reihe: Robin Freyler, Dr. Carsten Sinz, Florian Merz, Dr. David Faragó, Felix Kutzner und Reimo Schaupp; untere Reihe: Karin Mahler und Laura Sauer

Wofür steht Ihr Unternehmen?
QPR steht für Quality, Precision, Reliability, denn diese Aspekte sind sehr wichtig in unserer Branche: Wir beschäftigen uns mit sicherheitskritischer Software, d.h. mit Software in Bereichen, in denen Fehler nicht nur erhebliche finanzielle Schäden verursachen können, sondern auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Zum Beispiel gewinnen Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren in der Automobilbranche immer mehr an Bedeutung.

Wir entwickeln Applikationen, die es ermöglichen, Softwarefehler frühzeitig zu erkennen, zu verstehen und zu beheben, noch bevor sie zu Problemen beim Kunden führen.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?
Unser Unternehmen hatte nicht DIE eine zündende Idee, sondern ist aus ca. 15 Personenjahren an Forschung hervorgegangen, in denen ein sehr mächtiger technologischer Kern entstanden ist. Am Institut für Theoretische Informatik des KIT haben wir uns mit Formalen Methoden und insbesondere mit mathematischen Verfahren zur Software-Qualitätssicherung beschäftigt. Nachdem die Software international einige Forschungspreise gewinnen konnte, motivierte uns die Firma Daimler zur Ausgründung und unterstützt uns seit 2011 sowohl fachlich als auch finanziell, damit wir unser Werkzeug zur Marktreife bringen können. Seit 2014 konzentrieren wir uns voll auf das Start-up.QPR_Produktbild_700pxBREIT

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?
Alle beteiligten Personen haben sich über das KIT zusammengefunden: die Informatiker über das Institut und der kaufmännische Part über das Innovationsmanagement des KIT sowie das Gründernetzwerk. Für diese Recruiting-Hilfe sind wir sehr dankbar, denn als Start-up muss man agil auf Veränderungen reagieren können.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?
Bei allen Gründern von QPR Technologies ist die Selbstverwirklichung einer der wichtigsten Antriebe zum Unternehmertum, in dem man wirklich etwas bewegen und wichtige Entscheidungen treffen kann. Beispielsweise hat jeder von uns die Organisationsstruktur stark mitbeeinflusst, um moderne, agile Prozesse und eine offene, kommunikative Firmenkultur zu etablieren.

„Eigener Chef“ klingt allerdings nach mehr Freiheit, als es in der Realität häufig der Fall ist, denn statt einem Vorgesetzten steht man gegenüber seinen Kunden, Projektpartnern und Mitgründern oft in Verantwortung.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Eigeninitiative, Frusttoleranz und Teamgeist sind drei wichtige Eigenschaften: Als Gründer beschäftigt man sich immer mit neuen Möglichkeiten und Problemen, die es kreativ zu lösen gilt, wobei einem dabei üblicherweise wenig Zeit und Information zur Verfügung steht. Deswegen muss man mit Eigeninitiative seine Komfortzone verlassen und sich sehr oft und schnell in neue Gebiete einarbeiten. Hier spielt Teamarbeit eine sehr große Rolle. Außerdem ist dabei ein gutes Netzwerk aus anderen Start-ups sehr hilfreich. Natürlich braucht man aber auch Frusttoleranz, um durchzuhalten, bis das Unternehmen profitabel wird.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Unsere Ausgründung aus dem KIT heraus basiert auf hochgradig innovativer Forschung; eine entsprechend große Herausforderung ist es, solche neuen Technologien zur Marktreife zu bringen.

Auf dem Weg, eine Firma von Grund auf mit ausreichender Struktur, Expertise, Kunden und Absatz aufzubauen, liegen auch viele kaufmännische Hürden – insbesondere im B2B-Umfeld. Hierbei erhalten wir Unterstützung durch sehr gutes Business-Coaching sowie durch unsere Partnerfirmen Daimler und Bosch; dennoch wollen wir zukünftig unseren kaufmännischen Bereich noch mehr verstärken.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch die Finanzierung, wobei öffentliche und privatwirtschaftliche Förderung für uns äußerst hilfreich waren.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Es ist natürlich sehr wichtig, auf Ausgleich zu achten, unter anderem durch Sport und ruhigere Phasen nach viel Stress. Eine Unternehmensgründung ist eher mit einem Marathon vergleichbar als mit einem Sprint.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Erarbeitet euch eure eigene Meinung und verlasst euch nicht zu sehr auf Aussagen einzelner Personen. Natürlich helfen die Erfahrungen und Tipps anderer, z.B. von passenden anderen Start-ups in der Region oder auch unsere obigen Antworten. Allerdings ist jedes Start-up individuell und befindet sich in seiner ganz eigenen Situation. Nach kurzer Zeit seid nur noch Ihr selbst die Experten für euer Unternehmen und eure individuelle Situation.

Gründer: Dr. David Faragó, Robin Freyler, Felix Kutzner und Dr. Carsten Sinz sind die aktiven Gesellschafter
Gründung: finale GmbH im Laufe des Jahres 2017
Homepage: www.qpr-technologies.de
E-Mail-Kontakt: info@qpr-technologies.de
Branche: Software & Informationstechnologie

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