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Gründer des Monats November: thingsTHINKING

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Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz! Das gilt für das Gründerteam von thingsTHINKING, einer Ausgründung des KIT und unsere Gründer des Monats November. Sven J. Körner und seine Kollegen entwickeln Software-Lösungen, die es Computern ermöglichen menschliche Sprache zu verstehen. Wir haben die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

thingsTHINKING

Wofür steht Euer Unternehmen?
Wir wollen 2020 „Die Semantische Plattform“ sein. Unsere Lösung versteht die Bedeutung von natürlicher Sprache, auch bekannt als Semantik. Mit dieser Technologie können wir Texte ähnlich wie ein Mensch verstehen und somit auch ähnlich wie ein Mensch mit unstrukturierten Informationen umgehen.

Wo und wie kam Euch die zündende Idee zur Gründung?
Die Gründung kam als Idee, nachdem wir seit 2006 am Lehrstuhl von Prof. Tichy an der Verarbeitung von Anforderungsspezifikationen in der Softwaretechnik gearbeitet haben. Hierbei stellte sich heraus, dass Semantik die Lösung für viele sprachinhärente Problem zu sein scheint. Sie ist natürlich nicht die Lösung für alles, aber für zahlreiche Probleme, die heute nur Menschen bearbeiten können.

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?
Sven und Mathias haben zusammen bei Prof. Tichy promoviert. Sven arbeitete neben seiner Promotion bei einem anderen Karlsruher Start-up und von dort kamen dann Georg, Malik und weitere Profis aus der Softwarebranche hinzu. Somit war es uns möglich, die sprunginnovative Entwicklung aus der Forschung vom Elfenbeinturm in die echte Welt zu transferieren. Dies ist mit Nichten trivial. Fakt ist aber, dass das Team sich vorher schon über Jahre kannte und keine kurzfristige „Liebschaft“ über eine Idee ist und war. In dem Fall gilt, dass der Charakter eines Menschen wie ein Ausweis ist – man sieht ihn nur an der Grenze. Und bei allen Gründern und Mitarbeitern waren wir auch zuvor schon in schwereren Zeiten. Wir wissen, was uns erwartet, und dass wir zusammenhalten können.

Worin seht Ihr die Vorteile, Euer eigener Chef zu sein?
Wir hatten mit unseren Chefs nie Probleme, aber wenn es darum geht unsere Ideen umzusetzen, ist dies im bestehenden Firmenumfeld fast nie möglich. Ergo hatten wir nur die Wahl die Idee nie auszuführen (ein Problem was in Deutschland wohl überwiegt), oder es einfach zu probieren, das finanzielle Risiko einzugehen und „einfach mal zu probieren“.

Welche Eigenschaft sollte man als Gründer mitbringen?
Ignoranz gegenüber klassischen BWL-Konzepten. Zumindest in der Frühphase. Man muss bereit sein, Dinge als Herausforderung zu sehen und realistischerweise die Risiken kleinzureden, oder zu ignorieren. Wer schlecht schläft, wenn er weiß, dass das Gehalt nur zwei Monate sicher ist, der hat im Start-up nichts verloren. Wer das eher als Antrieb sieht, sollte darüber nachdenken, bei einem Start-up anzuheuern. Das ist aber nur ein kleiner Teil. Wir bei thingsTHINKING haben einfach Spaß an dem, was wir tun und aktuell gibt uns der Erfolg recht. Man muss Dinge entscheiden, man muss mehrere Hüte tragen und man beschreitet konstant unbekanntes Territorium. Oder wer von uns hat vorher mit Investoren verhandelt oder mit Rechtsabteilungen von Global Playern Verträge verhandelt? Genau – das muss man wollen. Und dann macht es unglaublich Spaß. Und: in unserem Fall bezahlt es sogar die Rechnungen.

Wo seht Ihr die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo habt Ihr Euch Unterstützung geholt?
Unterstützung braucht man überall. Man bekommt sie auch fast überall. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen einem auf diesem Weg helfen, wenn man sie nur fragt. Das gilt für scheinbar rücksichtlose Anwälte genauso, wie für „unnahbare“ Unternehmer, die ihre Zeit auch anstatt mit uns mit dem Betrachten ihrer neunstelligen Kontoauszüge verbringen können. Tun sie aber nicht. Wir haben oft frech nach Hilfe gefragt – und sie bisher noch immer bekommen. Kurzum – ich halte mich da an die Worte meiner Oma: „If you don’t get what you want, ask for it.”

Wie seid Ihr in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Mitnehmen, ertragen, runterschlucken. Wer den Teil nicht schafft sollte kein Start-up gründen. Die eigene Vision ist im schlimmsten Falle nämlich kein Magengeschwür wert. Wer nicht morgens grinsend aufwacht und auch Rückschläge mit „das machen wir nächstes Mal besser“ einsteckt, sollte sich mindestens sehr robuste Mitgründer suchen.

Habt Ihr Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Absolut! Macht es, wenn ihr überzeugt seid. Viele Leute werden euch alles Mögliche erzählen. Man wird auch zeigen, dass das nicht machbar ist, dass das keiner kaufen wird, dass das Geschäftsmodell nicht passt, etc. Hört Euch das an, extrahiert die Informationen, die wichtig für Euch ist und ignoriert den Rest. Unsere größten Führsprecher heute (nach diversen Awards, Zeitungsartikeln und erfolgreichen Kundenprojekten) waren Leute, die zuvor hinter geschlossener Tür über uns lachten … wir wissen das – die wissen das. Aber hey – vielleicht lachen wir irgendwann über Euch und ihr zeigt uns dann, dass ihr es besser könnt. Ist alles nur menschlich.

Unternehmen: thingsTHINKING GmbH
Gründer: Abdelmalik El Guesaoui, Georg Müller, Mathias Landhäußer, Sven J. Körner
Gründung: Februar 2017
Homepage: https://thingsthinking.net/
E-Mail-Kontakt: info@thingsTHINKING.net

Branche: Softwarte & Informationstechnologie

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