Home » Gründer des Monats » Gründer des Monats: RoomPriceGenie

Gründer des Monats: RoomPriceGenie

RPG_LogoWer sein Hotelzimmer über eines der großen Hotelbuchungsportale bucht, kennt das: Die Preise verändern sich fast stündlich. Ist in der Urlaubszeit die Nachfrage hoch, schnellen die Preise nach oben. Ist wenig los, kann man das Zimmer auch zum halben Preis haben. Die Rettung für kleine Hotels: Ein KIT Start-up, das bezahlbare Preisoptimierung bietet. Lernt RoomPriceGenie kennen, unsere Gründer des Monats September. Wir haben die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.RPG_Team

Wofür steht euer Unternehmen?
Für kleinere, oft familiengeführte Hotels wird es immer schwieriger am Markt zu bestehen, da meist Budget und Erfahrung im digitalen Umfeld fehlen. Vor allem bei den Zimmerpreisen besteht großer Nachholbedarf, wo große Hotels und Ketten schon seit Jahren auf sogenannte Revenue Manager und komplexe Software setzen, die täglich oder sogar stündlich Preise optimieren. Wer seine Preise nicht anpasst, wird in derart dynamischen Märkten meist entweder zu günstig oder zu teuer sein. RoomPriceGenie hat eine sehr einfach zu bedienende, bei Bedarf voll automatisierte Lösung entwickelt, die auch kleinen Hotels dynamische Preise ermöglicht. Im Durchschnitt bedeutet das 15% mehr Umsatz, was aufgrund hoher Fixkosten oft eine Verdopplung der Gewinnsteigerung zur Folge hat.

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?
Das Problem hat Ari bei seinen Eltern entdeckt, die ein kleines Bed&Breakfast auf der Isle of Wight im Süden von England besitzen. Die Umsätze gingen seit Jahren zurück, obwohl die Nachfrage in der Region gleichbleibend war. Als Ursache konnte Ari schnell die größeren Hotels und deren dynamische Preise ausmachen. Beispielsweise erhöhen diese schon im Voraus die Preise für Tage oder Zeiten hoher Nachfrage, was dazu führt, dass kleine Hotels mit gleichbleibenden Preisen schnell ausgebucht sind – zu Schnäppchenpreisen. In Zeiten geringer Nachfrage bieten die großen Hotels auf den Buchungsplattformen große Rabatte an, was ihr Angebot vergleichsweise attraktiver macht. Da Ari nach langer Recherche keine geeignete, bereits existierende Lösung finden konnte, entschied er sich, seine eigene Lösung zu entwickeln.

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?
Wir haben uns über Kooperationen und gemeinsame Projekte unserer Universitäten (KIT, St. Gallen, ETH Zürich) kennengelernt.

Worin seht ihr die Vorteile, euer eigener Chef zu sein?
Sein erstes Unternehmen aufzubauen, insbesondere fast direkt nach dem Studium, war und ist eine große Herausforderung für uns. Aber gleichzeitig auch eine Chance, extrem viel zu lernen, z.B. den Umgang mit Risiko und strategischen Entscheidungen, und die Dinge selbst in die Hand nehmen zu müssen. Natürlich steht auch eine andere Motivation und Verantwortung hinter dem Ganzen, die uns alle täglich neu anspornt, unser Bestes zu geben. Auch können wir unsere Arbeitsumgebung und -zeiten so gestalten, wie wir uns wohlfühlen. Das hat sich bisher – glauben wir zumindest – sehr gut auf unsere Produktivität und Kreativität ausgewirkt.

Welche Eigenschaft sollte man als Gründer mitbringen?
Die Neugier, sich schnell extrem viel neues Wissen anzueignen – in Entwicklung, Produktmanagement, Vertrieb und Marketing, sowie allgemein der Umgang mit Kunden (Support, Customer Success), Finanzierung, Partnerschaften, Strategie, Management, Personal – beinahe täglich kommt etwas Neues hinzu. Aber auch kommunikative Fähigkeiten sind extrem wichtig, z.B. innerhalb des Teams (mit vielen Freiheiten kommen auch viele Meinungsverschiedenheiten), mit den verschiedensten Kunden, Mitarbeitern, Vertriebspartnern, Investoren, Berater und, und, und. Auch essentiell: An Aufgaben und Ideen mangelt es selten, daher sollten Gründer sehr gut priorisieren können. Die Motivation am Ball zu bleiben kommt bei uns vor allem durch glückliche Kunden.

Wo seht ihr die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?
Das Gründerteam sollte sich darüber im Klaren sein, wer welche Stärken hat, und wo externes Wissen nötig ist. Grundsätzlich lohnt es sich aber auch immer, selbst zu recherchieren und sich in neue Themen einzuarbeiten. Immer sehr hilfreich war und ist der Austausch mit anderen Gründern und erfahrenen Unternehmern. Wir haben sehr große Unterstützung von unseren Universitäten, aber auch allgemein aus der Hotelindustrie erfahren.

Wie seid ihr in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Der Arbeitsaufwand ist immer noch sehr hoch, aber wir sind sehr gute Freunde, legen sehr viel Wert auf unsere Firmenkultur, und oft lässt sich die Arbeit kaum von einem intensiven Hobby unterscheiden. Was wir für sehr, sehr wichtig halten: Genug Pausen und Zeit für Erholung und private Dinge einzuplanen, um den Energiespeicher immer wieder aufzutanken. Nur wenn man regelmäßig reflektiert und den eigenen Weg in Frage stellt, kann man sich weiterentwickeln. Es geht mehr darum die richtigen Dinge zu tun als irgendwelche Dinge, egal ob relevant oder nicht, richtig zu tun.

Habt ihr Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Früh mit Kunden testen! Dabei gibt es jedoch viel zu beachten, z.B. viel Zeit mit den Problemen eurer Kunden zu verbringen, bevor ihr auch nur an eine Lösung denkt. Auch Ideen von Kunden sind oft verführerisch, aber ihr solltet dabei immer auch das unterliegende Problem verstanden haben. Das Buch „The Mom Test“ (Rob Fitzpatrick) ist sehr zu empfehlen!

Unternehmen: RoomPriceGenie
Gründer: Jörg Siegel, Marvin Speh, Ari Andricopoulos
Gründung: 2019
E-Mail: joerg@roompricegenie.com
Homepage: https://roompricegenie.com/
Branche: Freizeit, Touristik

Bildrechte: RoomPriceGenie

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>