Home » Gründer des Monats » Gründer des Monats: SciMo

Gründer des Monats: SciMo

170626_SciMo_LogoDas junge Start-up SciMo bietet elektrische Motoren mit höchster Leistungsdichte und Effizienz an. Durch neuartige Ansätze konnte die Leistungsdichte von Elektromotoren weit über den Stand der Technik hinaus gesteigert werden. Das Team beabsichtigt in Zukunft zusätzlich Dienstleistungen im Bereich von elektromagnetischer Auslegung, mechanischer Berechnungen, CAD-Konstruktion bis hin zur Prototypenfertigung von Elektromotoren anzubieten. Gegründet wurde das Unternehmen im Juni 2017. Wir haben die Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

 

SciMoTeam

Wofür steht Ihr Unternehmen?
SciMo ist ein junges, dynamisches und aufstrebendes Startup-Unternehmen, welches die etablierten Hersteller in der Elektromotoren-Branche herausfordert. SciMo bietet Elektromotoren für den High-Performance Bereich welche sich durch bisher unerreichte Leistungsdichten auszeichnen.
Gerade in der heutigen Zeit, in welcher konventionelle Verbrennungsantriebe zunehmend unter Druck geraten, sind alternative Antriebe, wie die der E-Mobilität, aktueller denn je. Um diesen Übergang hin zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen, sind elektrische Hochleistungsantriebe unerlässlich. Genau hierin liegt die Kernkompetenz von SciMo, der Bau von elektrischen Motoren mit weltweit höchster Leistungsdichte und Effizienz. Durch neuartige Ansätze, speziell in der Wickeltechnik, konnte die Dauerleistungsdichte der SciMo Elektromotoren auf 8 kW/kg gesteigert werden. Im Vergleich zu dem bisherige Weltrekordwert 5 kW/kg, aufgestellt durch Siemens (Weltrekordmeldung) ist dies eine Steigerung von 60%. Zusätzlich zu den Elektromotoren bietet SciMo eine auf die jeweiligen Motoren abgestimmte, mit neusten Regelverfahren ausgestattete Leistungselektronik an. Diese beiden Komponenten ergeben zusammen einen auf Leistungsdichte und Effizienz ausgelegten Antriebsstrang, welcher sich darüber hinaus auch für neue Märkte, wie das elektrische Fliegen, optimal eignet.

Wo und wie kam Ihnen die zündende Idee zur Gründung?
Während der Diplomarbeit im Jahr 2012 von Markus Schiefer bei Audi Sport beschäftigte er sich in der Rennmotorenkonstruktion in Neckarsulm mit dem Entwurf und der Konstruktion eines Hybridsystems für den Einsatz im Motorsport. Hierbei reifte die Vision deutlich leistungsstärkere und leichtere Elektromotoren zu bauen. Wären seiner Promotion am Elektrotechnischen Institut des KIT entwickelte er neue Motor- und Kühlkonzepte für Hochleistungselektromotoren, welche die Basis für die Ausgründung der SciMo Motorentechnologie darstellen.

Wie hat sich Ihr Gründungsteam zusammengefunden?
Im Rahmen seiner Promotion entwickelte Markus Schiefer mehrere Motorvarianten für den Einsatz in der Formula Student, welche sich durch eine sehr hohe Leistungsdichte auszeichneten und im Rahmen des Formula Student Wettbewerbs sehr erfolgreich waren. In weiteren Projekten zusammen mit Fraunhofer (REM2030) wurden leistungsfähige Kühlkonzepte entwickelt, wobei Marc Veigel eine zu den Motoren passende modular aufgebaute Leistungselektronikplattform entwickelte. Dieses Zusammenspiel funktionierte so gut, dass bereits 2014 die Idee zur Gründung von SciMo geboren wurde. Zusammen mit Florian Kassel haben wir uns für das Exist-Gründerstipendium beworben und nach der Zusage durch das BmWI die „‚SciMo – Elektrische Hochleistungsantriebe GmbH“ gegründet.

Worin sehen Sie die Vorteile, Ihr eigener Chef zu sein?
Man hat sehr viele Freiheiten und kann sehr viele Themen selbst entscheiden. Das macht in vielen Punkten schnell und flexibel. Man muss meist nicht lange auf Entscheidungen oder Bestellungen warten. Zusätzlich weiß man, dass alle Arbeit die man macht auch wirklich der eigenen Firma zu Gute kommen.

Welche Eigenschaft sollte man aus Ihrer Sicht als Gründer mitbringen?
Eine Firma zu gründen bedeutet deutlich mehr Verantwortung gegenüber Mitgründern, Mitarbeitern und Kunden, als in einem Angestelltenverhältnis. Dazu muss man schon eine Portion Selbstbewusstsein in die eigenen Fähigkeiten und Technologien mitbringen. Am Schluss muss einem die Arbeit an den Produkten Spaß machen, dann nimmt man den Stress und die Überstunden störend wahr.

Wo sehen Sie die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Wir hatten das Glück schon zu Begin der Gründung echte Produkten in Form von Hardware auf dem Tisch zu haben, das macht einem den Kontakt zu Kunden deutlich einfacher. Um am Markt erfolgreich zu sein, benötigt man ein Produkt, für welches der Markt bereit ist Geld zu bezahlen. Da war am Anfang natürlich die Frage, wer ist unser erster Kunde? Wir waren anfangs skeptisch, ob gerade große Firmen überhaupt mit einem kleinen Startup zusammenarbeiten wollen. Mittlerweile sehen wir, dass gerade große Firmen gerne mit uns arbeiten, da wir, außerhalb der festen Strukturen und Entscheidungswege in einem Konzern, schnell Lösungskonzepte und Hardware-Prototypen generieren. Unterstützung haben wir uns hauptsächlich bei nicht technischen Themen geholt, wie Steuern und Buchhaltung. Und bei Themen, welche sehr stark durch Formalismen und Vorschriften geprägt sind, wie zum Beispiel aktuell der Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems.

Wie sind Sie in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Mehr Arbeit bedeutet auch, dass es schneller vorwärts geht. Daher war das für uns selbst nie ein Problem. Schwieriger ist die Work-Life-Balance mit Frau bzw. Freundin und Kindern. Wichtig ist, dass man in die Freizeit zur Erholung nutzt, um dann in der Arbeit auch mit höchstem Wirkungsgrad zu arbeiten.

Haben Sie Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Es sollte immer erst eine Idee oder eine Technologie vorhanden sein, die dann die Grundlage für eine Gründung stellt. Oft wird diese Abfolge umgedreht und man versucht, noch während der Gründungsphase ein Produkt erst neu zu entwickeln. Diese Zeit wird dann aber für andere Dinge benötigt. Also versucht erst eine vernünftige Basis geschaffen zu haben, bevor ihr ans Gründen denkt.

 

Unternehmen: SciMo – Elektrische Hochleistungsantriebe GmbH
Gründer: Markus Schiefer, Marc Veigel, Florian Kassel
Gründung: 06.2017
Homepage: www.sci-mo.de
E-Mail-Kontakt: info@sci-mo.de
Branche:Elektrotechnok, Feinmechanik, Optik

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>