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Gründer des Monats: SIMUTENCE

DruckUnsere Gründer des Monats Mai sind SIMUTENCE. Das Spin-off hilft Unternehmen beim Einsatz faserverstärkter Kunststoffe. Wir haben die drei Gründer im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Ausgründung Simutence

Wofür steht euer Unternehmen?
Im Zuge der Elektromobilität und der Reduktion von CO2-Emissionen spielt der Leichtbau eine immer größere Rolle. Faserverbundwerkstoffe, was viele auch als „Carbon“ bezeichnen, weisen ein enormes Leichtbaupotential auf. Jedoch sind zur optimalen Ausschöpfung des Leichtbaupotentials geeignete Simulations- und Optimierungsmethoden notwendig. Darüber hinaus ist der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen aufgrund hoher Unsicherheiten in der Herstellung und im Betrieb häufig zu teuer. Außerdem sind geeignete Simulationsmethoden zur Verringerung dieser Unsicherheiten kommerziell nur sehr eingeschränkt verfügbar.
Unser Ansatz ist daher eine virtuelle Prozesskette, welche eine ganzheitliche und effiziente Produktentwicklung mit Faserverbundwerkstoffen ermöglicht. Hierfür bieten wir Add-ons für in der Industrie bereits etablierte Software an. Diese bieten wir einerseits für den direkten Einsatz beim Kunden, aber auch in Form von Ingenieursdienstleistungen an. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf der Simulation der Herstellungsprozesse, welche bei Faserverbundwerkstoffen entscheidend für die sich einstellenden Bauteileigenschaften sind, sowie auf der Optimierung von Bauteilkonstruktionen zur optimalen Ausnutzug des Leichtbaupotentials. Kurz gesagt, wir helfen Konstrukteuren und Herstellern von Faserverbundbauteilen, Leichtbaulösungen auf Basis unserer virtuellen Prozesskette und unseres Know-hows zu entwickeln und zu optimieren.

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?
Die Idee zur Gründung ist in unserer Zeit als Doktoranden am Institut für Fahrzeugsystemtechnik am Teilinstitut Leichtbautechnologie, welches durch Prof. Frank Henning und Dr. Luise Kärger geleitet wird, entstanden. Hier haben wir drei Gründer schon in verschiedenen industrienahen Forschungsprojekten sehr gut zusammengearbeitet. Dabei hat sich gezeigt, dass seitens der Industrie ein großes Interesse an unseren hochentwickelten Simulationsmethoden und das damit einhergehenden Know-how für die virtuelle Produkt- und Prozessentwicklung von Faserverbunden, als auch für Material und Prozesse selbst, besteht.

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?
Wie gesagt, wir haben uns als Team gut verstanden und durch die Zusammenarbeit innerhalb öffentlich geförderter Projekte zusammengefunden. Hierbei haben wir einerseits als Team schon gut funktioniert. Andererseits hat sich gezeigt, dass wir mit unseren Spezialisierungen in verschiedenen Bereichen die notwendigen Themenfelder für unser ganzheitliches Konzept sehr gut abdecken können.

Worin seht ihr die Vorteile, euer eigener Chef zu sein?
In unserer Zeit am Teilinstitut für Leichtbautechnologie haben wir die Vorteile eines „kleinen Unternehmens“ hinsichtlich Transparenz, Agilität und einem hohen Maß an Eigenverantwortung schätzen gelernt. In unserem Start-up ist das nun noch viel ausgeprägter. Außerdem ist natürlich die enorme Gestaltungsfreiheit als großer Vorteil nicht zu vernachlässigen. Wir konnten es uns auf jeden Fall alle drei vorerst nicht vorstellen, nach der Promotion direkt in ein Großunternehmen zu wechseln und haben uns daher entschlossen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Welche Eigenschaft sollte man als Gründer mitbringen?
Sicherlich ist eine gesunde Portion Optimismus notwendig. Außerdem ist die Grundmotivation, sein eigenes Produkt oder Projekt an den Markt bringen zu wollen, sicherlich von Vorteil. Unabhängig davon ist Durchhaltevermögen aber wahrscheinlich auch eine sehr wichtige Eigenschaft. Als ursprüngliche Wissenschaftler und jetzt Gründer ist man plötzlich auch mit vielen administrativen und rechtlichen Fragestellungen, unabhängig seiner fachlichen Expertise, konfrontiert. Hier gilt es die Motivation nicht zu verlieren und das Ganze als Mittel zum Zweck zu sehen – arbeiten am Produkt macht immer mehr Spaß, jedoch ohne das Administrative wird auch das Produkt nicht funktionieren.

Wo seht ihr die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?
Letztlich ist sicher der Zugang zum Markt eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen. Hier gilt es in erster Linie eventuelle unreife Produkte entsprechend weiterzuentwickeln und sich dabei auch auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. Darüber hinaus kann eine Hürde sicherlich das Finden geeigneter Projekte sein. Hierbei hilft uns der Aufbau von strategischen Partnerschaften und der Zugang zu den bestehenden Forschungsnetzwerken und Industriekunden unseres Teilinstituts enorm weiter.

Wie seid ihr in der Gründungsphase mit dem höheren Arbeitsaufwand umgegangen?
Viel gearbeitet haben wir alle auch schon vor der Gründung. Der große Unterschied war jedoch, dass wir zuvor zwar in gemeinsamen Projekten, aber für sich sehr fokussiert jeweils an unseren eigenen Teilprojekten gearbeitet haben. Innerhalb der Ausgründung ist das jetzt ein klein wenig anders, da jetzt eine sehr viel engere Zusammenarbeit notwendig ist. Hier hat uns eine klare Rollenverteilung dabei geholfen Verantwortlichkeiten zuzuweisen, so dass jeder von uns seinen eigenen Bereich im Blick behalten und weiter vorantreiben kann.

Habt ihr Tipps für andere junge Unternehmensgründer?
Auf jeden Fall. Wir merken, dass uns die Hilfe von extern extrem weiter hilft. Das betrifft die Beratung bei vielen für uns neuen Fragenstellungen, als auch die gemeinsame Definition von Prozessen, um auch als kleines Team effizient funktionieren zu können. In unserem Fall unterstützt uns hierbei unser Startup-Coach Dr. Tobias Grab durch seine Erfahrung als erfolgreicher Gründer enorm. Aber auch seitens des KIT erhalten wir von der Abteilung Innovations- und Relationsmanagement durch Dr. Eric Braun und Dr. Dirk Feuchter volle Unterstützung. Darüber hinaus nehmen wir an dem Accelerator-Programm „AHEAD“ der Fraunhofer Venture Group teil, was uns eine sehr gute Plattform für den Austausch mit anderen Gründern, aber auch erfahrenen Geschäftsführern, bietet. Kurz gefasst, das Suchen von Gesprächen und der Austausch mit erfahrenen Gründern können wir definitiv als Tipp mitgeben.

Unternehmen: SIMUTENCE
Gründer: Dominik Dörr, Benedikt Fengler, Martin Hohberg
Gründung: Februar 2019
Homepage: www.simutence.de
E-Mail-Kontakt: info@simutence.de
Branche: Maschinenbau, Transport & Logistik

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