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Hochleistung im 3D-Druck

Die KIT-Gründung Indmatec GmbH bietet mit Hightech-3D-Druckern für Hochleistungspolymere ungeahnte Möglichkeiten im Prototyping und in der Kleinserienfertigung.

In seiner wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigt sich Prof. Dr. Brando Okolo schon viele Jahre mit Materialforschung. Er lehrte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Bereich Mikroumformung von Metallen und Kunststoffen, wobei hier 3D-Druck-Technologien und Rapid Prototyping im Fokus standen. Danach trat er eine Professur an der German University (GUC) in Kairo an. „In meiner Forschung habe ich mich mit der additiven Fertigung – also auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten – mit Polymeren als Werkstoff auseinandergesetzt. In dieser Zeit habe ich bereits das Potenzial des 3D-Drucks für Hochleistungspolymere entdeckt und mir erste Gedanken über eine Existenzgründung gemacht“, blickt Okolo zurück. Mit der Entscheidung, seine Lehrtätigkeit nach fünf Jahren aufzugeben und den Traum des eigenen Unternehmens umzusetzen, zog es Okolo zurück nach Deutschland in Karlsruher Gefilde.

Die Gründer von Indmatec (v.l.n.r.): Tony Tran-May und Prof. Dr. Brando Okolo zeigen ihren 3D-Drucker Indmatec HPP 155. Schon jetzt kann man gespannt sein auf die nächste Druckergeneration – der PEEK Printer 155 kommt 2017 auf den Markt. (Quelle: Indmatec GmbH).

Die Gründer von Indmatec (v.l.n.r.): Tony Tran-Mai und Prof. Dr. Brando Okolo zeigen ihren 3D-Drucker Indmatec HPP 155. Schon jetzt kann man gespannt sein auf die nächste Druckergeneration – der PEEK Printer 155 kommt 2017 auf den Markt.
(Quelle: Indmatec GmbH)

Aufgrund seiner Vergangenheit am KIT hatte der Wissenschaftler Okolo bereits ein gutes Netzwerk vor Ort. Einen Partner für die Gründung fand er in seinem langjährigen Freund und Betriebswirt Tony Tran-Mai, der bis dato als Vertriebsmanager tätig war. „Eher zufällig kamen wir auf das Thema zu sprechen. Brandos Vision als Technologiezulieferer im 3D-Markt durchzustarten überzeugte mich und so fassten wir den Plan, uns voll und ganz auf die Gründung zu konzentrieren“, erklärt der Mitgründer Tran-Mai. Es floss nicht nur sehr viel Entwicklungsarbeit, sondern auch privates Kapital in die Gründung ein: „Wir können nur jedem Gründer raten, sich ganz auf die Gründung einzulassen. Ohne einen Plan B engagieren sich die Gründer von vornherein stärker. Wir haben das Ganze als große Chance angesehen“, unterstreicht Tran-Mai. Dabei habe auch das lebendige Gründernetzwerk am KIT weitergeholfen – sei es durch Gründerberatung oder Netzwerkveranstaltungen.

Ob die erste Idee der gedruckten Hochleistungspolymere Zukunft haben könnte, überprüften die Gründer anhand einer Marktrecherche. Diese zeigte, dass das Duo einen Nischenmarkt entdeckt hatte. Okolo berichtet: „Es gab keine Konkurrenz, die sich mit so einem hochtechnologischen Markt befasste. Erst durch unsere Bemühungen in der Materialforschung und Anlagenentwicklung machten wir die sensiblen Hochleistungspolymere 3D- druckbar.“ Mit einem interdisziplinären Team, das sich ausschließlich aus ehemaligen Mitarbeitern und Absolventen des KIT aus den Bereichen Informatik, Automation und Robotik zusammensetzt, wurde die Idee Realität – die Indmatec GmbH wurde 2014 offiziell gegründet und schrieb bereits nach eineinhalb Jahren schwarze Zahlen.

Das noch junge Unternehmen vertreibt nicht nur die eigens entwickelten 3D-Drucker, sondern auch das zugehörige Druckmaterial, die sogenannten Filamente. Mit ihrer Technologie sind sie Vorreiter in der 3D-Fertigungstechnik nach dem Prinzip der Schmelzschichtung, auch bekannt als Fused Filament Fabrication (FFF). Der Fokus liegt momentan auf dem Hochleistungskunststoff Polyetheretherketon, kurz PEEK, wobei sich mit den Druckern auch andere Hochleistungspolymere verarbeiten lassen. Der aufgerollte Kunststoff wird dabei im Heizbett des Druckers aufgeschmolzen und über einen bis zu 420 Grad Celsius beheizten Druckkopf Schicht für Schicht aufgetragen. Interessant ist das vor allem für Unternehmen, die qualitativ hochwertige Bauteile als Prototypen oder Kleinserien herstellen möchten, wie etwa Automobil-, Maschinenbau-, Halbleiter- sowie Öl- und Gasindustrie, oder gar im medizinischen Bereich. Auf Basis von 3D-Daten können entworfene Bauteile gedruckt und getestet werden. Das Portfolio von Indmatec wird durch entsprechende Dienstleistungsangebote, wie Trainings oder Fertigungsaufträge, abgerundet.

Für die Gründer gehört die intensive Forschung zum Erfolgskonzept: „Es ist eine berufliche Erfüllung für mich, tagtäglich hautnah mit unserem Forscherteam zusammen zu arbeiten und unsere Ergebnisse sofort in der Industrie umzusetzen“, so der Ingenieur und Wissenschaftler Okolo. Für die geplante Serienproduktion der Drucker konnte Indmatec einen namhaften, deutschen Konzern als Partner gewinnen. So ist es für Indmatec möglich, industrielle Drucker nach deren Vorgaben fertigen zu lassen und dennoch den eigenen Schwerpunkt auf der anwendungsnahen Weiterentwicklung zu behalten.

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