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In Sekunden Leben retten – neocor GmbH, ein Spin-off des KIT entwickelt hochinnovativen Erste-Hilfe -Sensor

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Bei einem Notfall kommt es auf jede Sekunde an. Viele Ersthelfer wissen jedoch nicht, wie sie sich in kritischen Situationen wie etwa beim Auffinden einer bewusstlosen Person verhalten sollen. Unsicherheit verhindert oft eine schnelle Reanimation. Häufig werden zwar die richtigen Maßnahmen wie die Kontrolle der Atmung und des Pulses ergriffen, trotzdem erkennt nur etwa die Hälfte der Ersthelfer einen Herzkreislaufstillstand beziehungsweise leitet sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen beim Opfer ein.

Um die Überlebenschancen von Notfallpatienten  zu verbessern, hat die neocor GmbH, ein Spin-Off des KIT, einen innovativen Erste-Hilfe-Sensor entwickelt, der Helfern vor Ort schnell und zuverlässig einen Herzkreislaufstillstand anzeigt. Der Bedarf ist groß: allein in Deutschland sterben jährlich über 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod.

Der plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen und rangiert mit der Anzahl der Todesfälle pro Jahr sogar noch vor einem Schlaganfall oder Krebs. Er wird dadurch ausgelöst, dass während eines Herzkreislaufstillstandes das Blut nicht mehr wirksam durch das Herz zum Gehirn und anderen lebenswichtigen Organen gepumpt werden kann.  Dabei ist ein Herzkreislaufstillstand in den meisten Fällen reversibel – wenn die geeigneten Maßnahmen schnell genug ergriffen werden.

Das von der neocor GmbH entwickelte Sensor CPR|Check liefert eine  schnelle Diagnose und kann Ersthelfern damit die Unsicherheit nehmen. Vollautomatisch erkennt der nur walnussgroße Sensor innerhalb weniger Sekunden die Vitalparameter des Patienten. Ein einfaches Anbringen des Sensors am Hals des Opfers genügt und der Sensor zeigt an, ob eine Reanimation nötig ist oder nicht. Dr. Marc Jäger, Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens, erklärt die Wirkungsweise des Hightech-Sensors im Vergleich mit „einem feinfühligen Finger, der die Pulswellen erkennt“. Die innovative Technik misst die Spannungen, die durch Puls und Atmung verursacht werden und kann so erkennen, ob noch Blut ins Gehirn fließt und der Patient noch atmet. Das Sensorsystem ist so kompakt konzipiert, dass es an jeden Schlüsselanhänger passt und Dank der einfachen Handhabung eine auch laientaugliche Entscheidungshilfe im Notfall darstellt.

Seinen ersten Einsatz findet der CPR|Check derzeit bei Rettungskräften in Bayern, aber auch in Privathaushalten wie etwa bei pflegebedürftigen Personen ist eine Nutzung in Zukunft geplant.

Entstanden ist die Grundidee zur Entwicklung dieses lebensrettenden Erste-Hilfe-Sensors im Institut für Biomedizinische Technik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT); 2010 wurde das Spin-off gegründet.

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