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Innovation – Fluch oder Segen!?

Die Krise ist kaum vorbei und schon ruft das ganze Land nach Innovationen. In Zeiten der florierenden Informationstechnik, des Energiewandels und der Frage nach unserer zukünftigen Mobilität können wir mit Sicherheit nicht darauf verzichten. Nur sind Innovationen wirklich das Allheilmittel unserer Probleme und sollte man auf Biegen und Brechen innovativ sein, um Erfolg zu ernten?

Mitnichten – das beste Beispiel lieferte uns im letzten Jahr die groß angekündigte Apple-Produktpräsentation. Ein neues iPhone mit größerem Display und abgerundeten Ecken, eine Smartwatch und ein ubiquitär einsetzbares Bezahlsystem sind mit Sicherheit keine bahnbrechenden Innovationen. Jedes Jahr wird durch eine gigantische Werbemaschinerie die Erwartungen der Apple Jünger aufs Neue angeheizt, um die kommenden Trends in der Multimediabranche anzukündigen. Jedoch nehmen die gefühlten „WOW-Effekte“ stetig ab und Apple bildet diesmal keine Ausnahme. Die Gründe liegen mit Sicherheit an der Diskontinuität disruptiver Innovationen. Niemand kann Sie erzwingen oder präzise vorhersagen. Als Arbeitgeber kann man lediglich die Rahmenbedingungen verbessern, ein kreatives Arbeitsumfeld schaffen oder die Mitarbeiter zum Querdenken animieren. Hilfreich ist mit Sicherheit auch die Implementierung von geläufigen Kreativitätstechniken, die unkonventionelles Gedankengut fördern und neue Ideen zum Vorschein bringen. Wenn einem Unternehmen in der Vergangenheit schon mehrfach Quantensprünge gelungen sind, so steigen natürlich die eigenen Ansprüche sowie die Erwartungen der Verbraucher. Folglich wird die Messlatte nach jedem „Blockbuster“ ein wenig höher geschraubt. Bleibt der Erfolg jedoch aus, muss man tricksen und zum Beispiel auf alte bzw. vergessene/wenig bekannte Technologien zurückreifen und diese als „noch nie dagewesen“ verkaufen. Interessanterweise stört das kaum jemanden. Ein schickes Design sowie nette Features werden als revolutionär angepriesen, das ausgeklügelte Marketingkonzept tut sein Übriges. Was folgt ist ein neuer Rekord – Apple konnte nach nur 24 Stunden über 4 Millionen Vorbestellung des neuen iPhones 6 und iPhone 6 Plus melden.

Für die Konzerne kann es somit letztlich egal sein, ob innovativ oder nicht – Hauptsache der Absatz wird gesteigert und die Weltwirtschaft wird angekurbelt. Fernab von den bekannten Marken, die uns alljährlich mit neuen Produkten verzaubern, lohnt sich der Blick auf die hiesige Start-up- und Spin-off-Szene. Als Beispiel eines erfolgreichen KIT-Start-ups ist die Ausgründung RESTUBE zu nennen, die mit einem smarten Backup jede Wassersportart ein wenig sicherer macht. Sie konnten mit ihrem Sicherheitssystem den ISPO GOLD AWARD 2014 einheimsen. Große Beachtung finden auch unsere Hightech-Ausgründungen aus der Wissenschaft. Neue Strategien und Lösungen für Themen, die unsere Gesellschaft plagen, werden auch hier unternehmerisch gelöst. Als Gründerberater und Naturwissenschaftler fällt mir da auf Anhieb das biopharmazeutische KIT-Spin-off amcure ein, das an einem vielversprechenden neuartigen Krebsmedikament forscht. Auch Sie konnten überzeugen und zwei CyberOne Awards abstauben.

Um eine erfolgreiche Ausgründungen an den Start zu bringen, müssen im Vorfeld wichtige Faktoren geklärt werden. Zum einen spielt die Sicherung des geistigen Eigentums eine große Rolle, denn nur so kann man effektiv gegen Plagiate bzw. Nachahmer vorgehen, zum anderen ist die strategische Planung, Finanzierung und Unternehmensaufstellung essentiell.

Zum Glück werden unsere gründungsaffinen Studierenden, Mitarbeiter/innen und Wissenschaftler/innen mit diesen Fragen am KIT nicht allein gelassen. Egal ob im Team oder als Einzelkämpfer, wir freuen uns auf jeden zukünftigen Entrepreneur, den wir bei seiner potenziellen Geschäftsidee unterstützen können.

Wer jetzt Feuer und Flamme ist, der ist natürlich auch herzlich zu unserer halbjährlichen Veranstaltungsreihe „From Invention to Innovation“ am 16.03.15 im Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt (FTU) eingeladen. Wer an diesem Tag jedoch verhindert ist, der kann sich gerne bei mir melden. Wir schauen auch direkt im KIT-Institut vorbei, um einen Einblick rund um die Themen Schutzrechte, Technologietransfer, Lizenzierung und Ausgründung zu geben.

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