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Israel – Pulsierendes Land und Start-up-Hochburg

Am 26. März 2017 machte sich eine mehr als 70-köpfige Delegation mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut auf, um in und um Tel Aviv und Jerusalem die Start-up-Kultur in Israel kennen zu lernen. Neben vielen Wirtschaftsvertretern aus Stuttgart, Karlsruhe und anderen Städten waren auch Vertreter aus der Wissenschaft und dem KIT vor Ort.

Vieles wurde schon über Israel geschrieben – eine der neuen Hochburgen für Start-ups und deren Entwicklung. Nicht zuletzt durch den jüngst publik gewordenen Kauf des Unternehmens Mobileye für knapp 15 Millarden Dollar durch Intel schaut die Welt auf das mit gerade mal 8,4 Millionen Einwohnern kleine Land, in dem jedes Jahr neue Start-ups aus dem Boden sprießen und sich nicht wenige anschicken, durch finanzielle Unterstützung ihrer Investoren den Weltmarkt zu erobern.

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Blick auf das Panorama Jerusalems

Was also macht Israel anders als andere Länder, was zeichnet die Start-up-Kultur aus?

Zuerst einmal muss man Israel zugestehen, dass das Land es geschafft hat, eine Start-up-Kultur zu etablieren, was einigen Ländern als solches schon schwerfällt. Unterstützt durch die Regierung wurden vor vielen Jahren die ersten staatlichen Venture Capital Fonds gegründet, die die Szene und Ideen vorantreiben sollten und den Kreislauf in Gang setzten. Was auch auffällt: Vielfach waren und sind die Gründer von Start-ups aus dem militärischen Dienst zusammengewürfelt, viele auch aus Spezialeinheiten kommend. Ihnen allen gemein ist der Drang, eine Idee zum Erfolg zu führen. „You have a mission und you have to complete it“ ist einer der Ausdrücke, die beispielsweise Jerusalem Venture Partners seinen Gründern immer wieder eintrichtert. Der Weg zum Ziel muss gefunden werden, das Ziel ist ganz klar eine Rolle auf dem Weltmarkt zu spielen. Allein aufgrund seiner demografischen Struktur ist Israel als Kernmarkt für israelische Start-ups uninteressant. Der Blick führt immer auch direkt über den großen Teich in die USA, aber auch nach Asien, wo die entsprechenden Abnehmer in großer Zahl sitzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für das Start-up-Land Israel ist das eigene Marketing, was in Perfektion umgesetzt wird. Bei allen Präsentationen, sei es bei Yissum, einer Technologie-Transfereinrichtung der Hebräischen Uni Jerusalem, aber auch bei Unternehmen, Acceleratoren und Investoren, immer erscheint auf der ersten Folie, warum man stolz auf Israel sein kann, welche Erfolge gefeiert wurden und welche Innovationskraft Israel besitzt. Die Zahlen gleichen sich, die Folien auch, aber natürlich fängt man an, diese Zahlen auch zu verinnerlichen und mit jeder Wiederholung als immer imposanter aufzufassen. Auch wenn man darüber streiten kann, Mobileye, ein 1999 gegründetes Unternehmen, immer wieder als Start-up zu titulieren – die Verantwortlichen verstehen es, die Stärken von Israel ins Licht zu rücken und ihren Ruf selbst immer weiter auszubauen. Dies führt beispielsweise dazu, dass mittlerweile fast jedes international herausragende Unternehmen mit einem eigenen Standort in Israel vertreten ist. Sei es Apple, Bosch, Siemens, SAP und andere, alle wollen an dem Erfolg und den Ideen aus Israel partizipieren.

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Das Charles Bronfman Auditorium in Tel Aviv

Neben all den Besuchen und Gesprächen merkt man aber auch, dass Israel die Kooperation mit Deutschland und insbesondere den Gründern vor Ort und auch Hochschulen sucht. In Zukunft werden wir uns mit neuen Austauschprogrammen, gemeinsamen Acceleratoren und gegenseitigen Besuchen befassen, um voneinander zu lernen. Erste Ideen werden bereits im Wirtschaftsministerium und von den einzelnen Partnern entwickelt.

Abschließend kann man nur empfehlen, dass Gründerinnen und Gründer Israel und andere Länder besuchen, um deren Start-up-Kultur kennen zu lernen und durch neue Blickwinkel erfolgreicher werden.

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