upCAT #3 – Teams pitchen erfolgreich beim Demo Day

Mit Applaus ging am 10. März 2015 das Accelerator-Programm „upCAT“ der KIT-Gründerschmiede mit dem finalen Demo Day zu Ende. Nach zwölf Wochen intensiver Arbeit stellten die sechs teilnehmenden Teams ihr Geschäftsmodell einem Fachpublikum aus Business Angels, Venture Capitalists und Karlsruher Newswerkpartnern vor. Beim upCAT #3 waren sechs ganz unterschiedliche Teams dabei:

  • ChromX: Software zur Chromatographie-Modellierung für Prozessentwicklung und Robustheitsstudien für die biopharmazeutische Industrie
  • LehrWerk: Baukästen als Lehrmaterial für angehende Ingenieure und Techniker
  • Paralution: Software und Beratung zur beschleunigten Berechnung computergestützter Simulationen
  • Softtop: Wetterschutzverkleidung für Fahrräder und E- Bikes
  • Storrays: Technologie zur Herstellung von ultra-hochdichten Peptidarrays
  • tego energy: Energieversorgungsmodule für Energy Harvesting

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Herausforderungen für universitäre und forschungszentrierte Gründerunterstützung

In den letzten Tagen wurden mit dem Deutschen Startup Monitor 2014 und dem Gründungsradar 2013 zwei elementare und informative Berichte über die deutsche Gründerszene im Allgemeinen und die universitäre Unterstützung im Besonderen veröffentlicht. Es zeigt sich, dass das Thema Gründen an Fahrt aufnimmt und auch die Rahmenbedingungen fortlaufend verbessert werden. Neue öffentliche Fördermittel werden eingeführt, bestehende weiterentwickelt und ausgebaut – die Strukturen an und um die Universitäten werden zunehmend professioneller gestaltet. Gerade im Gründungsradar zeigt sich, dass eine Vielzahl an Universitäten und Hochschulen große Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr machen konnte und auch die nächsten Schritte gehen werden. Doch bei aller aufkommenden Euphorie und den Erfolgen gibt es auch mahnende Worte und Entwicklungen, welchen man aktiv und gemeinsam begegnen sollte. Im Folgenden skizzieren wir drei Beispiele aus den Veröffentlichungen und stellen gleichzeitig unsere Ideen zur Lösung vor.

63,3 % der Gründer schätzen die Toleranz der Gesellschaft gegenüber dem Scheitern als (eher) niedrig ein. (Quelle: DSM 2014)

Dass das Scheitern im Allgemeinen und gescheiterte Gründer insbesondere in der deutschen Gesellschaft kritisch betrachtet werden, ist leider immer noch ein großes Thema. Es scheint in Deutschland ein Makel zu sein – in der Annahme, dass man nicht die Fähigkeiten besitzt, ein Unternehmen erfolgreich aufzubauen und zu managen. Währenddessen in den USA das Hinfallen (Scheitern) und Aufstehen nicht nur gern gesehen, sondern fast ein Qualitätskriterium für erfolgreiche Unternehmer ist. Mit neuen Formaten, wie den sog. FuckUp Nights, werden Gründer dazu animiert, über ihre eigenen Fehler und Enttäuschungen zu sprechen. Gleichzeitig schöpfen sie neuen Mut aus den Gesprächen. Wir arbeiten aktiv daran, solche Formate in 2015 auch am KIT anzubieten und einen positiven Austausch in Gang zu setzen.

Für die weitere Unternehmensentwicklung sehen 38 % der Startup-Gründer den schwierigen Zugang zu Venture Capital als „schweres“ bzw. „äußerst schweres“ Hemmnis. (Quelle: DSM 2014)

Der Venture-Capital-Markt bekommt in Deutschland nur langsam wieder Auftrieb. Während in den letzten Jahren die Investitionen von klassischen VC-Gesellschaften stark gefallen sind, wurde diese Lücke durch andere Gruppen wie Business Angels und Family Offices teilweise aufgefangen. Zwar steigen nun zunehmend internationale VC-Gesellschaften in den deutschen Markt ein, jedoch ist es gerade für Unternehmen aus dem Life-Science-Bereich immer noch schwierig, in ihren frühen Phasen ausreichend finanzielle Mittel einwerben zu können. Durch Ansätze wie Accelerator- und Mentoring-Programme wollen wir am KIT gerade kapitalintensive Gründungen frühzeitig coachen und fit für ein Investment machen. Gleichzeitig entwickeln wir weitere Finanzierungswege, bspw. durch Crowdfunding-Ansätze und Prototypenfonds.

Anreizsysteme an deutschen Hochschulen sind noch entwicklungsfähig (Quelle: Gründungsradar 2013)

Die Ergebnisse des Gründungsradars haben gezeigt, dass die Zahl der Gründungen aus dem universitären Umfeld weiterhin ansteigt und immer mehr Personen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Dies trifft jedoch meist nur für Studierende und Absolventen zu, während Doktoranden und Mitarbeiter bedingt durch ihre Aufgaben weniger Freiheiten haben. Forschungsprojekte, Lehrtätigkeiten und die fortwährende Sicherung von (eigenen) drittmittelfinanzierten Stellen führen oftmals dazu, dass kaum Zeit bleibt, eine spannende Technologie und eine dazu passende Geschäftsidee hin zu einem Geschäftsmodell auszuarbeiten. Auch hier können uns andere Länder als Vorbild dienen, bei denen bewusst Freiräume und Anreize für Mitarbeiter geschaffen werden, außerhalb des Systems zu denken und dadurch spannende und persönliche Projekte voranzutreiben. Die Ausgestaltung dieser Anreize ist vielfältig und kann dabei von der Einräumung von „Gründungssemestern“ über Freistellungen von Lehraufträgen und besondere Vergütungsoptionen bis hin zu Wiedereinstellung nach gescheiterter Gründung gehen. Am KIT sind wir im ständigen Austausch mit Universitäten und Forschungseinrichtungen national und international, um neue Anreizsysteme zu evaluieren und auf unser System zu übertragen.

Fazit: Herausforderungen sollten für uns der Antrieb sein, unsere jetzigen Erfolge zu wiederholen und weitere Schritte zu gehen. Wir wollen Menschen, die etwas wagen, weiter und noch besser unterstützen. Die beiden Berichte zeigen, dass wir in Deutschland insgesamt schon sehr gut aufgestellt sind und unsere Erfahrungen dazu führen, dass die Gründungen aus Deutschland auch international immer mehr Beachtung finden.

Das Einmaleins der Gründungsfinanzierung

In jedem Gründungsvorhaben stellt sich auf kurz oder lang die Frage nach der Finanzierung. Finanzielle Mittel sind notwendig, um die Idee in die Tat umzusetzen und aus einem Konzept marktreife Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Doch welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für Gründer/innen für den Unternehmensaufbau überhaupt? Wir haben dir die wichtigsten Finanzquellen zusammengestellt.

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