Gesten erobern Industrieprozesse

Die KIT-Ausgründung Kinemic GmbH entwickelt eine Software zur Texteingabe und Geräteinteraktion auf Basis von Gestensteuerung für den industriellen Einsatz.

Der Weg zum Unternehmer begann für Dr. Christoph Amma mit seiner Dissertation am Lehrstuhl für Kognitive Systeme in der Informatik am KIT: „Ich habe mich während der Promotion mit den Möglichkeiten zur Erkennung und Interpretation menschlicher Bewegungen auseinandergesetzt, insbesondere Gesten- und Handschrifterkennung. Daraus entstand letztlich ‚Airwriting‘.“ Ein System, mit dem ohne ein Schreib- oder Eingabegerät Buchstaben in die Luft geschrieben und erkannt werden können. Texte werden so allein über Handbewegungen erfasst.

Mit dieser Entwicklung sorgte der Erfinder Amma für Aufsehen. Er erhielt einige Preise und Auszeichnungen für seine wissenschaftliche Arbeit, beispielsweise 2013 den „Google Faculty Research Award“. Die technische Umsetzung wurde von Marcus Georgi begleitet, ebenfalls Informatiker am KIT. Der positive Zuspruch und das steigende Interesse an der Airwriting-Technologie bestätigten die beiden Wissenschaftler darin, die Forschungsergebnisse zu einer konkreten Anwendung weiterzuentwickeln. So lag der Entschluss zur Unternehmensgründung nahe. Amma erzählt: „Es ist ein spannender Weg vom wissenschaftlichen Nachweis bis zum Einsatz beim Kunden. Das bedeutet viel Entwicklungsarbeit, um die eigene Vision umzusetzen.“ Tomt Lenz, ebenfalls KIT-Absolvent, stieß zum Team dazu. „Durch meine vorherige Tätigkeit als Unternehmensberater konnte ich wertvolle Erfahrungen im Unternehmensaufbau mit einbringen“, ergänzt Lenz.

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Das Team von Kinemic möchte die Bedienung von digitalen Geräten im industriellen Einsatz revolutionieren: Dr. Christoph Amma, Marcus Georgi, Tomt Lenz.

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Gründer des Monats Mai: enCourage Labs UG (haftungsbeschränkt)

Wei├ƒ-Rot_300x190Das Unternehmen enCourage hat eine Notfall-App entwickelt, die es ermöglicht, schnell zu handeln und Hilfe zu holen. So können Nutzer sich selbst und andere schützen. In nur wenigen Sekunden kann ein Notfall per App gemeldet werden. Mit einem einfachen Knopfdruck löst enCourage einen Alarm aus, der alle Personen in unmittelbarer Umgebung, die die App ebenfalls nutzen, benachrichtigt. Wir haben das Team von enCourage im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

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Gründerteam von enCourage: Cole Bailey, Rene Brandel, Tobias Röddiger und Dominik Doerner (v. l. n. r.)

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emmtrix bändigt Mehrkernprozessoren

Die KIT-Ausgründung emmtrix Technologies GmbH erleichtert die Programmierung von Mehrkernprozessoren und holt damit mehr Leistung aus eingebetteten Computersystemen heraus.

 

Die Gründer von emmtrix Technologies (v.l.n.r.): Michael Rückauer, Frederik Riar, Oliver Oey und Dr. Timo Stripf. (Quelle: KIT, Meißner)

Die Gründer von emmtrix Technologies (v.l.n.r.): Michael Rückauer, Frederik Riar, Oliver Oey und Dr. Timo Stripf. (Quelle: KIT, Meißner)

Was bei Desktop-Computern und Laptops bereits als Standard gilt, ist im Bereich der eingebetteten Systeme, wie zum Beispiel in Telekommunikationsgeräten, Automobiltechnik oder industriellen Steuersystemen, ebenfalls auf dem Vormarsch: Prozessoren aus zwei oder mehr Prozessorkernen für höhere Geschwindigkeit und Leistung. Die bessere Performance im Vergleich zu Einkernprozessoren wird allerdings nur dann gewährleistet, wenn die Aufgabenverteilung auf mehrere Prozessorkerne effizient und problemlos funktioniert. Eine solche Parallelisierung wird bislang manuell umgesetzt: Hoher Zeit- und Kostenaufwand sowie spezielle Programmierkenntnisse schrecken vor der Nutzung ab.

Eine Forschungsgruppe des KIT-Instituts für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) unter der Leitung von Professor Jürgen Becker machte sich bereits 2011 auf die Suche nach Lösungen zur Vereinfachung der Parallelisierung von Mehrkernprozessoren. Im EU-Projekt „Algorithm Parallelization for Multicore Architectures“, kurz ALMA, entwickelten Wissenschaftler gemeinsam mit Industriepartnern eine innovative Programmierumgebung. Teil der Forschergruppe waren die Informatiker und Elektrotechniker Dr.-Ing. Timo Stripf, Michael Rückauer und Oliver Oey, die auf Basis des bei ALMA entwickelten Softwarewerkzeugs die Ausgründung anstrebten. „Etwa 40 Personenjahre wurden in die Entwicklung investiert. Zum Ende des Projekts war uns klar, dass wir mit der Technologie ein Unternehmen aufziehen wollen, damit die wertvollen Ergebnisse weiterhin nutzbar sind“, erklärt Timo Stripf.

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Gründer des Monats Februar: PARALUTION Labs UG & Co. KG

Das Unternehmen PARALUTION Labs UG & Co. KG entwickelt und vertreibt ihre Software PARALUTION, eine Softwarebibliothek zur parallelen Berechnung dünn besetzter, linearer Gleichungssysteme. Die Software ist hardwareunabhängig einsetzbar und gibt so auch unerfahrenen Programmierern die Chance, neuste Recherchearchitekturen zu verwenden. Neben der Entwicklung und dem Vertrieb der Software bieten das Start-up auch Dienstleistungen im Bereich „Mathematik“ und „parallele Algorithmen“. Wir haben das Team von Paralution Labs im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Gründerteam von PARALUTION: Nico Trost und Dimitar Lukarski (v.l.)

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Gründer des Monats Januar: Lightrig GmbH

Logo Lightrig GmbHDas Unternehmen Lightrig GmbH entwickelt eine Software, mit der die Beleuchtung virtueller Objekte in Visualisierung und Animation durch Benutzereingaben komfortabel beeinflusst werden kann. Die Software kommt vor allem in der Film-, Fernseh- und Medienproduktion zum Einsatz. Damit ist nicht nur eine konsistente und plausible Beleuchtung virtueller Gegenstände sondern auch die durchgängige Umsetzung von Designvorgaben möglich. Wir haben das Team von Lightrig im Interview zu der Idee, der Gründungszeit und den Zukunftsaussichten befragt.

Visualisierung des Lichttransports an einem Beispiel mit Lightrig (Quelle: Lightrig)

Visualisierung des Lichttransports an einem Beispiel mit Lightrig (Quelle: Lightrig)

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