Tag of the Month: Inkubator

In der Anfangsphase der Unternehmensgründung stehen Gründer/innen oftmals vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Fragen nach der Finanzierung, dem Businessplan und die Angst des Scheiterns sind hier immer präsent. Der Einstieg ins ‚Business‘ wird jedoch durch sogenannte Inkubatoren erleichtert. Gründungsprojekte, die sich auf ihre Existenzgründung vorbereiten, finden im Inkubator einen betreuten Platz zur Weiterentwicklung und zum Wachsen.

Der Begriff Inkubator stammt ursprünglich aus der Medizin und Biologie, auch bekannt als Brutkasten. Das Prinzip eines Inkubators ist es, optimale Bedingungen für Brut- und Wachstumsprozesse zu schaffen. Beispielsweise sorgt der Inkubator bei Neugeborenen für eine optimale und sichere Umgebung, in der das Kind heranwachsen kann. Im Bereich der Unternehmensgründung kann dieses Prinzip auf junge Start-ups übertragen werden. Inkubatoren für Gründerteams schaffen beste Rahmenbedingungen, die den erfolgreichen Start ins Geschäftsleben für die angehenden Unternehmer ebnen. In speziellen Einrichtungen bzw. Räumlichkeiten des Inkubators erhalten Start-ups Unterstützung und Beratung für ihr Gründungsvorhaben. Neben der Bereitstellung von günstigen Mietflächen und Infrastruktur – z.B. Büros, Labors oder Produktionsstätten – werden die Gründer auch mit unternehmerischem Know-how unterstützt. Durch Beratung und Coaching von Fachleuten aus der Gründerszene werden die Teams im Inkubator durch Intensivbetreuung gezielt gefördert und ihre Wachstumschancen erhöhen sich. Der Inkubator als fokussiertes Gründerzentrum steht gleichzeitig für Infrastruktur, Wissen und Netzwerk. In einigen Fällen bieten die Inkubatoren den Start-ups auch eine Anschubfinanzierung und stehen den Gründern mit Tipps zur Kapitalsuche zur Seite.

Karlsruhe hat mit seiner lebendigen Gründungskultur für junge Gründer einige kleinere und größere Inkubatoren oder Räume in der Region zu bieten. Eine Linkliste für weiterführende Informationen findest du auf unserer Webseite „Räume für Gründer“. Speziell für wissenschaftliche Ausgründungen bietet das KIT einen Hightech-Inkubator auf dem Campus Nord, in dem aktuell zehn Gründungsprojekte und Unternehmen ansässig sein.

Drei KIT-Gründungsprojekte sichern sich EXIST-Forschungstransfer

Zweimal jährlich können sich technologieorientierte Gründungsvorhaben aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen um eine Förderung durch EXIST-Forschungstransfer bewerben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit diesem Förderprogramm herausragende Gründerteams, deren technologiebasierte Gründungsideen aufwändigere Entwicklungsarbeiten benötigen. Ziel ist die Verbesserung des Gründungsklimas an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die Erhöhung der Zahl technologie- und wissensbasierter Unternehmensgründungen.

Im Mai 2015 tagte die Jury und entschied über die Einreichungen aus der Bewerbungsphase Januar 2015 – Insgesamt 87 Ideenskizzen aus ganz Deutschland wurden begutachtet. 26 Gründerteams aus den Bereichen Lebenswissenschaften, Energietechnologie, Sensorik, Software und Industrie 4.0 überzeugten die Jury und können sich über die Bewilligung der Förderung freuen. Unter ihnen sind auch drei Teams aus dem KIT: GIn, OTEGO und Emmtrix. Gratulation!

Das Team von GIn – Gesture Interaction for Wearable Technologies hat sich auf den Bereich Augmented Reality (AR) spezialisiert. Mit Hilfe einer neu entwickelten Technologie zur Gesteninteraktion sollen die Eingabemöglichkeiten und der Funktionsumfang von AR-Brillen und ‚Wearables Devices‘ wesentlich erweitert und verbessert werden. An einer Ausgründung im Energiesektor arbeitet das Team von OTEGO. Mit thermologischen Generatoren (TEGs) wollen sie Umgebungswärme bei einem Temperaturunterschied direkt in Strom umwandeln. Die Technologie ist in unterschiedlichen Märkten anwendbar. Das dritte Gründungsvorhaben Emmtrix entwickelt eine Softwarelösung zur Programmierung von Multicore-Prozessoren zur Vereinfachung der Parallelisierung in eingebetteten Systemen im industriellen Umfeld.

Drei ganz unterschiedliche Ideen, die vom BMWi als technologisch anspruchsvolle und wirtschaftlich erfolgversprechende Gründungsvorhaben bewertet wurden. Mithilfe von EXIST-Forschungstransfer können die Teams nun fokussiert an der Weiterentwicklung, dem Nachweis der technischen Machbarkeit und der Vorbereitung der Gründung arbeiten. Wir wünschen den drei Teams viel Erfolg und werden die Entwicklung mitverfolgen!

RESTUBE holt den Deutschen Gründerpreis 2015 nach Karlsruhe

Am 30.06.2015 wurde der diesjährige Deutsche Gründerpreis in Berlin verliehen. Der Wettbewerb wird von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche ausgelobt und gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Gründer und Unternehmer in Deutschland. Er wird jährlich in den Kategorien Schüler, StartUp, Aufsteiger, Sonderpreis und Lebenswerk ausgeschrieben. Diesmal hatten es gleich zwei KIT-Gründungen bis ins Finale geschafft und fieberten bei der feierlichen Verleihung mit.

Preisträger RESTUBE, Kategorie StartUp |Bildquelle: Franziska Krug / Deutscher Gründerpreis

Bildquelle: Franziska Krug / Deutscher Gründerpreis

Das Start-up RESTUBE GmbH trat in der Kategorie „StartUp“ gegen Customized Drinks GmbH und OnPage.org GmbH an. RESTUBE entwickelt, produziert und vertreibt aufblasbare Auftriebskörper im Bereich Wassersport. In einer kritischen Situation bläst sich mittels einer Gaspatrone ein Auftriebskörper auf. Damit kann sich der Nutzer vor dem Ertrinken retten. RESTUBE ist sozusagen das aufblasbare Backup für alle Wassersportler. Am Abend der Preisverleihung setzte sich RESTUBE mit ihrer weltweit einzigartigen „Rettungsboje“ gegen die Konkurrenz durch. Das Team um Christopher Fuhrhop und Marius Kunkis gewann den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „StartUp“. Wir gratulieren dem Team zu diesem großen Erfolg!

In der Kategorie „Aufsteiger“ ging das 2007 gegründete KIT-Spin-off Nanoscribe GmbH ins Rennen, neben Jimdo und Little Bird. Nanoscribe wurde aufgrund fachlicher und unternehmerischer Kompetenz sowie für den Sprung aus der Grundlagenforschung zum Markterfolg für den Gründerpreis nominiert. Das Unternehmen stellt 3D-Drucker für die Mikro- und Nanometerskala her und bietet auf verschiedene Anwendungsbereiche zugeschnittene Fotolacke und Prozesslösungen an. Leider entschied sich die Jury schließlich für ein anderes Team und ehrte Jimdo mit dem Deutschen Gründerpreis als „Aufsteiger“. Nichtsdestotrotz ist die Finalrunde eine hohe Anerkennung für das Nanoscribe-Team.

Dass es dieses Jahr gleich zwei KIT-Teams zum Gründerpreis geschafft haben, macht uns besonders stolz. Wir beobachten mit Freude die Weiterentwicklung der Gründungskultur am KIT und in der Fächerstadt. Wir gratulieren beiden Teams zur erfolgreichen Teilnahme an diesem renommierten Wettbewerb und zur besonderen Auserkennung herausragender unternehmerischer Leistung in Deutschland!

Weitere Informationen zum Deutschen Gründerpreis unter: www.deutscher-gruenderpreis.de